Krieg in der Ukraine

Ukrainische Gefangene werden regelmässig gefoltert

Einem UN-Bericht zufolge werden ukrainische Soldaten in russischer Gefangenschaft systematisch misshandelt. Geschildert werden darin auch Verbrechen an ukrainischen Zivilisten.

Laut einem neuen UN-Bericht werden ukrainische Kriegsgefangene regelmässig schwer verprügelt und mit Elektroschocks gequält, teilweise an den Genitalien. Auch würden sie an Hunger leiden und deshalb in ihrer Not Würmer, Seife, Papier und Hundefutter essen.

«Die Schilderungen der Opfer zeigen, dass ihnen brutal und unablässig schwere Schmerzen und schweres Leid während nahezu der gesamten Haftzeit zugefügt werden», heisst es in dem Bericht der Ukraine-Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrates. 

Die Kommission schildert unter anderem den Fall eines Mannes, dem in Gefangenschaft Steissbein, Schlüsselbein und Zähne gebrochen wurden. In seiner Verzweiflung versuchte er, Suizid zu verüben. Seit seiner Entlassung musste er 36 Mal operiert werden.

Laut der Kommission handelt es sich bei der Folter durch russische Armeeangehörige und Gefängnisbeamte um Kriegsverbrechen. Der Bericht erwähnt auch Folter und sexuelle Verbrechen an ukrainischen Zivilistinnen und Zivilisten.

Weiter wertete die Kommission den anhaltenden Beschuss von zivilen Gebäuden und die Tötung von Zivilisten in der Ukraine durch das russische Militär als Verstoss gegen das humanitäre Völkerrecht.

Der Bericht beruht den Angaben zufolge auf Interviews mit mehr als 1400 Frauen und Männern in den vergangenen zwei Jahren. Die Kommission bereiste die Ukraine in dieser Zeit mehr als zwei Dutzend Mal. (sda/ hz)