Über 5’500 Übernachtungen im Pfuusbus

Im letzten Winter haben die Übernachtungen im Zürcher Pfuusbus um rund ein Drittel zugenommen – unter anderem, weil alternative Aufenthaltsorte fehlen.


In den letzten fünf Monaten zählten die Sozialwerke Pfarrer Sieber (SWS) insgesamt 5’517 Übernachtungen im Pfuusbus. 294 verschiedene obdachlose Menschen haben durchschnittlich 19 mal im Pfuusbus übernachtet. Dies seien 34 Prozent mehr als im Vorjahr – ein neuer Rekord, schreiben die SWS am 16. April.

80 Prozent der Gäste seien Männer, sagt Kommunikationsleiter Walter von Arburg auf Anfrage von ref.ch. Obdachlosigkeit sei oft eher ein soziales als ein materielles Problem. Frauen würden ihre sozialen Beziehungen tendenziell stärker pflegen und eher versuchen, das Leben auf der Strasse zu vermeiden.

Bus statt Flughafen oder Gammelhäuser

Als mögliche Ursachen für den Anstieg nennen die SWS die neue Wegweisungspraxis im Flughafen Zürich und die Schliessung dreier sogenannter Gammelhäuser im Kreis 4. Dies habe eine Umfrage unter den Pfuusbus-Gästen ergeben.

Da diese alternativen Aufenthaltsorte wegfielen, sei die Anzahl Übernachtungen im Pfuusbus von durchschnittlich 15 auf 19 Nächte gestiegen. (pd)