Der Pfuusbus rollt in seinen 15. Winter

Der Winter ist hier und mit ihm nimmt der Pfuusbus seinen Betrieb wieder auf. Den Betreuten soll vermehrt eine Tagesstruktur angeboten werden.

Der Pfuusbus in einer Winternacht im 2012. Letztes Jahr gab es einen neuen Bus mit 15 Betten und ein neues Vorzelt mit 25 Schlafplätzen. (Bild: Keystone)

2002 öffnete der Pfuusbus das erste Mal seine Türen als Schutz vor der nächtlichen Winterkälte. Heute, am 15. November, läuten die Sozialwerke Pfarrer Sieber (SWS) die 15. Pfuusbus-Saison ein. Grundsätzlich habe sich der Pfuusbus in den letzten Jahren nicht verändert, sagt der Kommunikationsbeauftrage Walter von Arburg auf Anfrage von ref.ch. Bei den betreuten Gästen habe es jedoch durchaus Veränderungen gegeben.

Psychische und andere Konflikte

«Heute sind mehr Leute psychisch beeinträchtigt», sagt von Arburg. Er vermutet, dass dies mit den Veränderungen im Gesundheitswesen zusammenhängt. Menschen mit psychischen Problemen würden vermehrt ambulant behandelt.

«Bei vielen funktioniert das. Aber bei Obdachlosen fehlt die soziale Kontrolle durch eine Familie oder andere soziale Netze.» Viele vernachlässigten die regelmässige Einnahme ihrer Medikamente.

Dadurch entstehe auch eine grössere Herausforderung für die Betreuer, die vor Ort vermehrt deeskalierend eingreifen müssten. Entsprechend schulen die SWS ihre Betreuerinnen und Betreuer. Bei der  Zuteilung der Schlafplätze würden die Betreuer zudem vermehrt darauf achten, wer neben wem liegt, um Konflikte im Vorhinein zu vermeiden.

Gemeinschaft und Struktur geben

Der Wert des Pfuusbuses liege nicht nur im Angebot der Schlafmöglichkeiten. Dieses Jahr wird der Pfuusbus am Sonntag jeweils ganztags offen sein. Seit letztem Jahr veranstalten die SWS auch Spiel- und Gestaltungssonntage.

«Das tut den Leuten gut. Der Zusatznutzen des Pfuusbus ist dieser Gemeinschaftsaspekt», sagt von Arburg. Solche Sonntage gäben eine Tagesstruktur und es seien vertiefte Gespräche auch mit jenen möglich, die sich sonst solchen Gesprächen verweigern.

Der Pfuusbus bleibt bis am 15. April 2018 geöffnet. Für eine Saison betrage das Budget gut 400‘000 Franken. Das Geld stamme hauptsächlich aus Spenden. Beim Sponsorenlauf um den Greifensee im September erliefen beispielsweise 30 Läuferinnen und Läufer insgesamt 39‘000 Franken für die verschiedenen Notschlafstellen der SWS. Für die Wärme im Pfuusbus sorgt eine ökologische Heizung, die mit Holzpellets der Stadt Zürich betrieben wird.