Krieg im Nahen Osten

Soldaten drohen über Bord zu springen: US-Senatoren fordern Aufklärung

Nach alarmierenden Berichten über die Zustände auf dem in Nahost eingesetzten Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» fordern Mitglieder des US-Senats Aufklärung. Das Schiff ist seit sieben Monaten konstant auf See.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump solle erklären, was sie tue, um die Streitkräfte auf dem schwimmenden Luftwaffenstützpunkt «USS Abraham Lincoln» zu unterstützen, schrieb Senator Richard Blumenthal auf X. «Weitverbreitete Berichte über Versorgungsengpässe, Probleme bei den Sanitäranlagen, eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit und mehr erfordern sofortiges Handeln.»

Der Demokrat hat eine offizielle an Verteidigungsminister Pete Hegseth und Marine-Staatssekretär Hung Cao gerichtet. Darin heisst es, die «Abraham Lincoln» habe seit fast sieben Monaten am Stück keinen Hafen mehr angelaufen – eine Rekorddauer, die für die Besatzung offenbar zur Belastung wird. Es gebe zahlreiche Berichte über Probleme etwa bei der Grundversorgung und den Sanitäranlagen auf dem Schiff, so Blumenthal.

Fehlende Seife und verstopfte Klos sind demnach nicht einmal das schlimmste Problem: Bei Soldatinnen und Soldaten sei eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit festzustellen, heisst es. Es seien «Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Aussendecks» geäussert worden und Störungen im Postverkehr hätten dazu geführt, dass viele an das Schiff adressierte Versorgungspakete verloren gegangen seien.

Der demokratische Senator Ruben Gallego kündigte an, den Flugzeugträger mit einer parteiübergreifenden Delegation besuchen zu wollen, um die Lage in Augenschein zu nehmen. «Die Geschichten von Besatzungsmitgliedern, die damit drohen, vom Schiff zu springen, sind ein erschreckendes Alarmzeichen dafür, wie schlimm die Situation geworden ist», schrieb er auf X. Trumps Umgang mit seinen Marinetruppen sei «nicht nur abstossend, sondern auch gefährlich», kritisierte Gallego. «Diese Seeleute haben ein Anrecht darauf zu wissen, wann sie nach Hause zurückkehren werden.»

Mit der aus dem Südchinesischen Meer abgezogenen «USS Abraham Lincoln» und ihren Begleitschiffen hatte das US-Militär bereits Anfang Januar seine Präsenz in Nahost ausgebaut. Am 28. Februar hatten die USA und Israel Militärschläge gegen den Iran begonnen. Seither ist der Flugzeugträger im Arabischen Meer im Einsatz, um die US-Seeblockade gegen Schiffe durchzusetzen, die versuchen, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen. (sda/ dst)

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