Burkina Faso
Todesstrafe für Vatermord, Terrorismus und Einfuhr verdorbener Lebensmittel
Acht Jahre nach der Abschaffung der Todesstrafe 2018 hat Burkina Faso sie wieder eingeführt. Der Schritt ist Bestandteil des neuen Strafgesetzbuches des westafrikanischen Landes, wie die burkinische Nachrichtenseite «Le Faso» berichtete.
Die Todesstrafe soll demnach unter anderem bei Terrorismus, Spionage, Hochverrat und Vatermord verhängt werden können. Auch der Import abgelaufener oder verbotener Produkte, wenn diese zum Tod von Menschen führen, soll so bestraft werden können.
Die Militärregierung unter Übergangspräsident Ibrahim Traoré hatte die Wiedereinführung der Todesstrafe bereits Ende September angekündigt. «Mit Sentimentalität ist Schluss», erklärte Traoré dazu in einem Fernsehinterview. Schwere Wirtschafts- und Finanzdelikte sollen künftig mit lebenslanger Haft bestraft werden können. Ebenso bekräftigt das neue Strafgesetzbuch die Strafbarkeit von Homosexualität und damit verbundenen Praktiken.
Die Militärregierung begründet die Reform mit dem Kampf gegen Terrorismus und Kriminalität. Burkina Faso kämpft seit rund zehn Jahren gegen islamistische Gruppen, die mit dem Terrornetzwerk Al Kaida und der Terrormiliz Islamischer Staat verbunden sind.
Die Gewalt hat Tausende Menschen das Leben gekostet und Millionen Menschen zur Flucht innerhalb des Landes gezwungen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International fand die letzte bekannte Hinrichtung im westafrikanischen Land 1988 statt. (epd/ dst)