Thurgauer Kirchen starten ins 150-Jahr-Jubiläum

Seit 1869 sind die Evangelische Landeskirche des Kantons Thurgau und die Katholische Kirche im Thurgau öffentlich-rechtlich anerkannt. Dies soll im kommenden Halbjahr mit einer Reihe von Veranstaltungen gefeiert werden.


Zum offiziellen Auftakt des 150-Jahr-Jubiläums der Thurgauer Landeskirchen am 1. Dezember in der Kartause Ittingen kamen rund 250 Gäste aus Kirche und Politik, wie es in einer Mitteilung der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau heisst. Regierungsrat Jakob Stark und die Kirchenratspräsidenten der reformierten und katholischen Landeskirchen, Wilfried Bührer und Cyrill Bischof, diskutierten unter anderem über die künftige Rolle der Kirche.

Das Verhältnis von Kirche und Staat sei in den vergangenen 150 Jahren von einem guten Einvernehmen geprägt gewesen, so der allgemeine Tenor. Diese Tradition hoffe man fortzuführen. Auch in Zukunft sei der Staat auf gesellschaftliche Akteure angewiesen, die ihn ergänzten, sagte Bischof laut Mitteilung. Dem pflichtete Stark bei: Es sei die gemeinsame Aufgabe von Kirche und Staat, Werte zu vermitteln und die Menschen dabei in ihrer individuellen Art zu berücksichtigen.

Breites Kulturangebot

Mit der Einführung des Landeskirchenrechts wurde 1869 das Verhältnis von Kirche und Staat im Kanton Thurgau neu geregelt. Die evangelische und römisch-katholische Kirche erhielten erstmals eine weitgehende Selbständigkeit. So verfügten sie neu über die Steuerhoheit und durften sich selbst verwalten.

Mit dem Jubiläum wollen die Landeskirchen insbesondere zur Auseinandersetzung mit Glaubensfragen einladen. Dazu sind in den kommenden Monaten diverse Aktivitäten geplant. Zu sehen sind unter anderem ein Musical, Kunstinstallationen, Lesungen und Podiumsdiskussionen. Eine Buchpublikation beleuchtet zudem die Geschichte der beiden Landeskirchen im Kanton Thurgau. Die Schlussfeier findet am 21. Juni 2020 im Amriswil statt. (no)