Kirchgemeindeversammlungen

Thuner fusionieren voraussichtlich

In Thun dürfte eine einzige reformierte Kirchgemeinde entstehen. Die Stimmberechtigten von vier reformierten Kirchgemeindeversammlungen haben einer Fusion zugestimmt.
In Thun entsteht sehr wahrscheinlich eine fusionierte reformierte Kirchgemeinde. (Bild: PD)

Nach dem Zusammenschluss von neun von elf reformierten Kirchgemeinden in der Stadt Bern diesen Mai (ref.ch berichtete) wird aller Voraussicht nach nun auch in der Stadt Thun eine reformierte Kirchgemeinde entstehen.

An den separaten Kirchgemeindeversammlungen haben sich die Stimmberechtigten für eine Fusion ausgesprochen. Die Ja-Stimmenanteile waren in allen betreffenden Kirchgemeinden deutlich, wie einer Mitteilung der Reformierten Kirchgemeinde Thun zu entnehmen ist. Besiegelt ist die Fusion damit allerdings noch nicht vollends. Notwendig ist ein doppeltes Ja: Nach der Zustimmung der Kirchgemeindeversammlungen müssen die Stimmberechtigten in der Urnenabstimmung vom 30. November 2025 Ja sagen.

Ein Nein hätte Fusion verhindert

Insgesamt rund 16’500 stimmberechtigte Personen sind zur Abstimmung aufgerufen. Sie gehören den Kirchgemeinden Thun-Stadt, Strättligen, Lerchenfeld, Goldiwil-Schwendibach und der Paroisse française de Thoune an. Die meisten Mitglieder leben in der Stadt Thun. Vereinzelt betrifft die Vorlage auch Mitglieder ausserhalb der Stadtgrenze, zum Beispiel in Goldiwil, oder französischsprachige Mitglieder aus dem Berner Oberland oder Teilen des Emmentals.

Hätte nur eine Kirchgemeinde Nein gesagt, wäre die Fusion gescheitert. Einzig die Zustimmung der Paroisse française de Thoune, der kleinsten Gemeinde, ist fakultativ. Deren Versammlung findet nach der Urnenabstimmung vom 30. November statt.

Angebote beibehalten

Der weitere Prozess sieht vor, dass im Frühjahr 2026 ein neuer Kirchgemeinderat gewählt wird. Dieser soll seine Arbeit unverzüglich aufnehmen, so dass der Zusammenschluss per 1.1.2027 vollzogen werden kann. Für die Mitglieder soll die Fusion keine Veränderungen mitbringen, Mittagstische oder Jassnachmittage werden erhalten bleiben.

Die Gesamtkirchgemeinde Thun besteht seit 1967 und ist für Infrastruktur, Kapital und Personal der Thuner Kirchgemeinden zuständig. Diese zur administrativen Entlastung der Kirchgemeinden eingeführte Doppelkonstruktion führt jedoch in Zeiten von sinkenden Mitgliederzahlen, Fragen um Investitionen und Umnutzungen zu einer Schwerfälligkeit und Konflikten. Je nach Geschäft mussten bisher mehrere Behörden darüber beraten und entscheiden. Durch die Fusion erübrigt sich die Doppelkonstruktion per 1.1.2027. (jow/ gab)

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