Thomas Gottschalk erzählt Passionsgeschichte

RTL will die Passionsgeschichte Jesu in die Gegenwart holen und live in Essen inszenieren. Thomas Gottschalk führt durch die Geschichte, Samuel Koch spielt einen Jünger.


Der Privatsender RTL bringt die Passionsgeschichte als Live-Inszenierung auf den Bildschirm. Am 8. April, kurz vor Ostern, wird die Darstellung der letzten Tage von Jesus Christus auf dem Essener Burgplatz direkt gegenüber dem Dom in Szene gesetzt.

Die Geschichte sei fester Teil des abendländischen Kulturguts, sei aber bei vielen Menschen gar nicht mehr so bekannt, sagte der frühere «Wetten, dass..?»-Moderator Thomas Gottschalk, der als Erzähler durch den Abend führen wird. Die Geschichte drehe sich um «Glaube, Liebe, Verrat, Leiden und Sterben» und sei damit vielleicht so aktuell wie lange nicht mehr.

Das Ereignis soll aus biblischer Zeit in die Gegenwart geholt werden. Sänger und Schauspieler erwecken die Passionsgeschichte an verschiedenen Schauplätzen in Essen zum Leben, untermalt mit deutschen Musikhits. «So schaffen wir ein Abbild unserer Gesellschaft und erleichtern die Identifikation», erklärte Kai Sturm von RTL.

Samuel Koch spielt Jünger

Die Hauptrolle als Jesus übernimmt demnach der Sänger, Musicaldarsteller und Schauspieler Alexander Klaws, Sieger der ersten Staffel von «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS). «Eine solche Geschichte live und im Fernsehen zu erzählen, ist etwas Besonderes», sagte er. Als Judas ist Mark Keller («Alarm für Cobra 11») zu sehen. Unter den Anhängern Jesu, den «Jüngern», ist Samuel Koch, der 2010 bei einem Unfall während einer «Wetten, dass..?»-Ausgabe eine Querschnittlähmung vom Hals an abwärts davontrug.

Auf der Hauptbühne am Burgplatz, auf dem RTL mehr als 4000 Menschen erwartet, kommen zusätzlich eine Band und ein Chor zum Einsatz. Ausserdem gibt es eine Live-Schalte zu einer Passions-Prozession, bei der ein grosses, leuchtendes Kreuz durch die Innenstadt zur Hauptbühne getragen wird. RTL-Moderatorin Nazan Eckes begleitet den Kreuzweg und spricht mit Teilnehmern über ihre Beweggründe.

Gefahr der Verkitschung

«Natürlich ist die Gefahr der Verkitschung bei so einem Vorhaben gross», räumte Gottschalk ein. Doch das ganze Team habe hart daran gearbeitet, die Geschichte so zu gestalten, dass sie in die heutige Zeit passe. Es sei «der statthafte Versuch, eine grosse Geschichte neu zu erzählen».

Das erzählerische Konzept der Passionsgeschichte hat RTL vom niederländischen Fernsehen übernommen. Dort ist das Event schon seit zehn Jahren zu Ostern fest im Programm und erzielt regelmässig herausragende Quoten. Allein 2016 schalteten über 40 Prozent der Zuschauer ein. Entsprechend gross ist die Quotenerwartung auch bei RTL. «Mit dieser Geschichte zeigen wir, dass es sich lohnt, gemeinsam füreinander einzustehen», betonte Sturm. «Hier geht es um Respekt und Liebe für den Nächsten – unabhängig von Herkunft und Religion.» (epd/bat)