Luzern

Theologische Fakultät von Kürzungen betroffen

Die Universität Luzern will zwei Millionen Franken einsparen, ein Viertel davon beim religionspädagogischen und beim ökumenischen Institut.
Sparmassnahmen betreffen unter anderem die Ausbildung an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern. Im Bild die barocke Jesuitenkirche in der Luzerner Altstadt. (Bild: pexels.com/ Gotta Be Worth It)

500'000 Franken weniger für die Theologische Fakultät der Universität Luzern, das ist eine Auswirkung der Sparmassnahmen, welche die Hochschule vornehmen will. Wie Luzerner Medien vermelden, verzeichnet die Uni erstmals ein strukturelles Defizit und muss Kosten senken.

Von sechs Fakultäten seien drei vom Rotstift betroffen: Die Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät soll 900'000 Franken weniger erhalten, die Theologische wie erwähnt eine halbe Million Franken weniger und die Wirtschaftswissenschaftliche rund 330'000 Franken. Auf Anfrage der «Luzerner Zeitung» bestätigte der SVP-Regierungsrat und Präsident des Universitätsrats, Armin Hartmann, die Sparrunde.

Der Synodalrat der römisch-katholischen Kirche des Kantons Luzern schreibt in einer Mitteilung, die Sparmassnahmen würden die kirchliche Ausbildung gefährden. Die Kürzungen würden das Religionspädagogische (RPI) sowie das Ökumenische Institut treffen, die für Ausbildung und interkonfessionellen Austausch «über die Zentralschweiz hinaus von grosser Bedeutung» seien.

Mehrere Dozierendenstellen und erfahrene Mitarbeitende seien vom Abbau betroffen. Im RPI können Menschen ohne Matura eine religionspädagogische Ausbildung auf Hochschulniveau absolvieren. «Angesichts des zunehmenden Mangels an kirchlichem Fachpersonal lehnt es der Synodalrat ab, ein bewährtes Ausbildungsmodell zu schwächen», heisst es weiter. Laut dem Synodalrat ist das Fortbestehen des Ökumenischen Instituts nun fraglich.

Die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Luzern gründete 1998 zusammen mit dem Kanton Luzern und den zwei anderen Luzerner Landeskirchen die Stiftung Ökumenisches Institut Luzern. Durch einen Kooperationsvertrag mit der Theologischen Fakultät konnte das Institut kurz darauf an der Uni Luzern eröffnet werden.

Laut der Mitteilung könnte die Sparrunde nur der Anfang sein: «Es gibt Hinweise, dass die Schliessung des Religionswissenschaftlichen Seminars und Zentrums für Religionsforschung an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät geplant ist.»

Ein Sprecher der Universität Luzern sagt dazu auf Anfrage von ref.ch: «An der Theologischen Fakultät sind bereits Massnahmen beschlossen worden. Bei den anderen von den Sparmassnahmen betroffenen Fakultäten liegen noch keine finalen Beschlüsse vor.» Das gelte insbesondere auch für die Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, bei der das Religionswissenschaftliche Seminar angesiedelt sei.

Der Synodalrat bedauert, dass die Universitätsleitung nicht mit der römisch-katholischen Landeskirche kommuniziert habe. Denn jährlich unterstütze die Landeskirche die Theologische Fakultät mit 150'000 Franken, das RPI mit 50'000 und das Ökumenische Institut mit 15'000 Franken. Ausserdem zahle die Römisch-katholische Zentralkonferenz über einen Leistungsvertrag rund 276'000 Franken an das RPI.

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema