Zürcher Landeskirche
Synode will keine Anlaufstelle für Kasualfeiern
In den Zürcher Kirchgemeinden sinkt die Zahl der Taufen und Hochzeiten. Um Mitgliedern der Landeskirche, die zur Kirchgemeinde am Wohnort kaum Bezug haben, neue Zugänge zu Kasualfeiern zu ermöglichen, will der Zürcher Kirchenrat eine zentrale Anlaufstelle schaffen. Vereinzelte Landeskirchen kennen ein solches Angebot bereits.
Für die Stelle, die vorerst für die Jahre 2027 bis 2030 vorgesehen war, beantragte der Kirchenrat an der Synode vom Dienstag einen Rahmenkredit in der Höhe von 390'000 Franken.
Eine Mehrheit der Synode lehnt nun eine solche Anlaufstelle ab, mit 57 Nein- gegenüber 37 Ja-Stimmen bei 4 Enthaltungen. Auch die Vorberatende Kommission hatte sich klar gegen den Antrag ausgesprochen.
Die Gegner argumentierten, das Projekt sei zu unausgereift. Zudem würden die Gemeindepfarrämter geschwächt und Kasualien drohten zu Events zu verkommen.
Kasualfeiern seien keine Dienstleistungen, die man einfach zentralisieren könne, sagte Erich Wyss von der Religiös-sozialen Fraktion. «Sie leben von Vertrauen. Und Vertrauen wächst in Beziehungen, die lokal entstehen.»
Die Befürworter wiederum fanden, Pfarrpersonen würden entlastet und die Kirchgemeinden sichtbarer.
«Auf der Suche nach Anbietern für Kasualfeiern kommen viele Menschen gar nicht mehr auf die Idee, bei der Kirchgemeinde anzuklopfen», sagte Mathias Bänziger vom Synodalverein.» Mit einer Anlaufstelle könne man diese Personen abfangen.
Der Synode wurde zudem die Jahresrechnung 2025 vorgelegt. Sie schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 3,6 Millionen Franken und wurde klar genehmigt. Das gute Ergebnis ist hauptsächlich der positiven Entwicklung der Vermögensanlagen zu verdanken. (hz)