Harald Naegeli sprayt «Totentanz» ans Grossmünster

Der Zürcher Künstler darf sich mit dem neuen Projekt einen lang gehegten Traum erfüllen. Erste Entwürfe hat er bereits gesprayt.

Bis Ende Januar wird Harald Naegeli seinen «Totentanz» vollenden. (Bild: zvg)

Früher sprayte der Zürcher Harald Naegeli seine Kunst illegal an Haus- und Kirchenwände. Seit einigen Tagen arbeitet er amtlich bewilligt an seinem «Totentanz» in den Türmen des Grossmünsters. Damit geht für den 78-jährigen Graffiti-Pionier ein Wunsch in Erfüllung, für den er 14 Jahre lang bei den Zürcher Behörden gekämpft hatte.

Totentanz mit Ablaufdatum

«Die grosse Schwierigkeit jedes Künstlers besteht darin, die Eifersucht des Todes gegenüber dem Leben zu beschwichtigen. Das Leben kommt als Erstes und der Tod immer als Zweiter», schreibt Naegeli in einem Rundmail mit ersten Bildern seines Werks.

  • Das Projekt wurde vom Hochbauamt und von der Kirche genehmigt. (Bild: zvg)

Drei Jahre haben die Vorbereitungen für die Kunstaktion laut Mitteilung gedauert. Nun darf Naegeli im Innern der Grossmünstertürme seine Skelette anbringen. Die Wände seien nach Vorgaben der Denkmalpflege vorbereitet worden, damit die Farbe wieder entfernt werden kann. Der Totentanz wird vorraussichtlich in vier Jahren wieder entfernt – diese Frist stellte der Kanton als Bedingung für die Bewilligung des Projekts.

Der Spray-Künstler habe lange von dem Projekt geträumt, schreibt die NZZ am 21. November. Auf die Vergänglichkeit seines Werks angesprochen, antwortete Naegeli: «Mal schauen, wer dann darauf drängt, dass das wieder entfernt wird.»

Berühmt wurde Naegeli Ende der 1970er-Jahre, als er in Zürich öffentliche und private Wände besprayte. Naegeli ist weltweit als Street-Art-Pionier bekannt. Für seine Kunst stand er mehrmals vor Gericht.

Naegeli vollendet seinen Totentanz vorraussichtlich Ende Januar 2019. Die Vernissage ist provisorisch für den 25. Januar geplant. (pd)