Früher sprayte der Zürcher Harald Naegeli seine Kunst illegal an Haus- und Kirchenwände. Seit einigen Tagen arbeitet er amtlich bewilligt an seinem «Totentanz» in den Türmen des Grossmünsters. Damit geht für den 78-jährigen Graffiti-Pionier ein Wunsch in Erfüllung, für den er 14 Jahre lang bei den Zürcher Behörden gekämpft hatte.
Totentanz mit Ablaufdatum
«Die grosse Schwierigkeit jedes Künstlers besteht darin, die Eifersucht des Todes gegenüber dem Leben zu beschwichtigen. Das Leben kommt als Erstes und der Tod immer als Zweiter», schreibt Naegeli in einem Rundmail mit ersten Bildern seines Werks.
Drei Jahre haben die Vorbereitungen für die Kunstaktion laut Mitteilung gedauert. Nun darf Naegeli im Innern der Grossmünstertürme seine Skelette anbringen. Die Wände seien nach Vorgaben der Denkmalpflege vorbereitet worden, damit die Farbe wieder entfernt werden kann. Der Totentanz wird vorraussichtlich in vier Jahren wieder entfernt – diese Frist stellte der Kanton als Bedingung für die Bewilligung des Projekts.



