Deutschland
Söder kritisiert Kirchen für politische Einmischung
Auf dem Parteitag in Nürnberg ermahnte CSU-Chef Markus Söder die Kirchen, sich zu stark in die Politik einzumischen. Das berichten mehrere deutsche Tageszeitungen.
Die Kirchen sollen sich stattdessen vermehr christlichen Themen widmen, soll Söder gesagt haben. Als Beispiel nannte er den Schutz ungeborenen Lebens gemäss Paragraf 218, der Schwangerschaftsabbrüche regelt.
Gleichzeitig unterstrich Söder Bayerns kirchenfreundliche Haltung. Der Freistaat unterstütze die Kirchen wie kaum ein anderes Bundesland – etwa durch die Beibehaltung christlicher Symbole, Feiertage und finanzieller Leistungen.
«Ich weiss, wie plural Kirchen organisiert sind», wird Söder in der «FAZ» zitiert. «Deswegen keine Kritik, aber vielleicht als kleiner Merkposten: Nicht vergessen, wer am Ende noch an der Seite der Institution Kirche steht. Das sind nämlich wir. Nicht, dass man irgendwann ganz alleine steht. Denkt mal darüber nach.»
Söder erinnerte daran, dass die Union als einzige Partei konsequent an der Seite der Kirchen stehe. Er warnte davor, diese politische Unterstützung zu verlieren, und rief die Kirchen auf, ihre Gläubigen nicht zu verunsichern.
Vertretungen der evangelischen und der katholischen Kirche in Deutschland hatten zuvor die Politik der CSU und der CDU zur Migration kritisiert und sie in Teilen als rechts- und verfassungswidrig bezeichnet. (hz)