Krieg in der Ukraine

SEM erwartet bis im Herbst bis zu 120’000 Geflüchtete

Es kommen weniger ukrainische Flüchtlinge in die Schweiz. Deshalb werden Aslygesuche schneller bearbeitet. Es gibt auch genügend freie Betten.

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) schätzt, dass bis in den Herbst hinein 10'000 bis 20'000 Menschen pro Monat in die Schweiz kommen, das berichtete David Keller, Leiter Krisenstab Asyl im SEM am 12. Mai vor den Medien in Bern. Mittlerweile werden pro Tag noch 300 bis 500 Ankünfte gezählt. Etwa 51'000 Geflüchtete seien bisher registriert worden; bis im Herbst könnten es 80'000 bis 120'000 werden.

Rund 50'000 Personen sind den Kantonen zugeteilt und etwa 46'000 haben den S-Status erhalten. Dank des rückläufigen Zustroms sei es gelungen, die Zeiten für die Behandlung neuer Gesuche deutlich zu reduzieren, sagte Keller. Inzwischen könne man sich von einem Tag auf den nächsten anmelden. Stark beansprucht würden die Zentren in Bern und Zürich. Von den 9000 Betten des Bundes sei seit zwei Wochen rund die Hälfte frei.

Dank des Verteilmodus gemäss Einwohnerzahl auf die Kantone hätten die Differenzen unter den Kantonen ausgeglichen werden können. «Wir kommen langsam in den Bereich der Proportionalität.» Keller empfahl den Ukrainerinnerinnen und Ukrainern, sich rasch für den Status S anzumelden, damit sie für sie gedachte Leistungen nutzen können.

Rücksicht auf Härtefälle

Bei der Zuteilung der Geflüchteten auf die Kantone wird Rücksicht auf Härtefälle genommen. Stimmt der betroffene Kanton zu, können Menschen auch einem Kanton zugewiesen werden, der schon überproportional viele Geflüchtete aufgenommen hat, teilte das SEM in einem Communiqué mit. (sda/mos)