Syrien

Schweiz sistiert Asylverfahren für Syrerinnen

Nach dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad hat das Staatssekretariat für Migration per sofort alle Asylverfahren von Asylsuchenden aus Syrien unterbrochen. Es könne aktuell nicht genügend gut überprüft werden, ob Asylgründe vorliegen, teilte die Behörde mit.

Der Sturz des syrischen Regimes wirkt sich auf die Asylverfahren von Syrern in der Schweiz aus – wie genau, kann das Staatssekretariat für Migration (SEM) allerdings noch nicht beurteilen. Es werde mehrere Wochen bis Monate dauern, bis sich eine neue Struktur und deren Stabilität abzeichne. Zum Ende des vergangenen Jahres hielten sich laut den Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) rund 28'000 syrische Staatsangehörige in der Schweiz auf.

Das SEM erwartete zudem, dass jene Flüchtlinge aus Syrien, die in den umliegenden Ländern wie der Türkei, dem Libanon oder in Jordanien untergekommen sind, die ersten Rückkehrer sein werden. Unter anderem hatte die Türkei in den vergangenen Jahren fast drei Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen.

EDA warnt vor Schiessereien und Luftangriffen

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) schrieb in einer aktualisierten Reisewarnung, dass es in Syrien derzeit zu Schiessereien, Strassenblockaden und Plünderungen komme. Grenzübergänge könnten zeitweise geschlossen sein und Ausgangssperren verhängt werden.

Auch komme es weiterhin zu Kampfhandlungen zwischen den verschiedenen Kriegsparteien, Luftangriffe würden sich unter anderem gegen Ziele in und um Damaskus richten, einschliesslich des Flughafens, sowie in der Nähe der libanesischen Grenze. Die Lage sei sehr volatil und die weitere Entwicklung ungewiss, schreibt das EDA. Von Reisen und Aufenthalten jeder Art im Land werde abgeraten.

Das EDA teilte ausserdem auf X mit, dass die Schweiz zwei zusätzliche Millionen Franken für die Nothilfe in Syrien bereitstelle: eine Million für die Uno (Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten) und eine Million für die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung.

Assad-Herrschaft nach Jahrzehnten beendet

Der Assad-Clan hatte Syrien seit über 50 Jahren mit eiserner Hand regiert. Baschar al-Assad hatte die Macht im Land im Jahr 2000 von seinem verstorbenen Vater Hafis al-Assad übernommen. In mehr als einem Jahrzehnt Bürgerkrieg hielt er sich an der Macht. Ihm wird ein ganzer Katalog grauenvoller Verbrechen gegen das Volk vorgeworfen, darunter den Einsatz von Chemiewaffen und Fassbomben sowie Mord und staatlich angeordnete Folter.

Die Offensive islamistischer Kämpfer bereitete seiner Herrschaft aber nun binnen weniger Tage ein Ende. Plünderer und Schaulustige drangen am Sonntag auch in den Präsidentenpalast in Damaskus ein. Dort wurde die Empfangshalle in Brand gesetzt. Präsident Baschar al-Assad floh nach Russland. (sda/ pef)

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