Abstimmung

Schweiz sagt deutlich Ja zum Covid-Gesetz und zur Pflegeinitiative

Die Stimmbevölkerung stützt die Pandemiepolitik des Bundesrats und des Parlaments erneut. Rund 62 Prozent haben ein Ja zum Covid-19-Gesetz in die Urne gelegt. Ebenfalls deutlich angenommen wurde die Pflegeinitiative.

24 von 26 Kantonen haben Ja zur Vorlage gesagt – sechs mehr als bei der ersten Referendumsabstimmung zum Thema im Juni. Gemäss den Endresultaten aus den Kantonen erreichte die Vorlage insgesamt eine Mehrheit von 62,0 Prozent. In absoluten Zahlen waren 2'222'400 Stimmende dafür und 1'361'300 dagegen.

Nur die Kantone Appenzell Innerrhoden (55,8 Prozent) und Schwyz (51,4 Prozent) lehnten das Covid-19-Gesetz ab. In Appenzell Ausserrhoden sagte die Bevölkerung mit 50,7 Prozent Ja, in Obwalden mit 51,2 Prozent. In den übrigen Kantonen lag der Ja-Anteil bei mindestens 54 Prozent. Am deutlichsten war die Zustimmung in den Kantonen Basel-Stadt (70,6 Prozent), Zürich (66,2 Prozent) und Tessin (65,3 Prozent).

«Die Haltung bei der Bevölkerung ist kohärent geblieben – trotz des grossen Lärms und des grösseren finanziellen Einsatzes der Gegnerschaft», analysierte Politologe Lukas Golder vom Forschungsinstitut gfs.bern im Schweizer Fernsehen «SRF». Die Mehrheit habe Vertrauen in die Regierung, sei geimpft und wähle nicht SVP.

Ein Vergleich zwischen Juni und November zeigt, dass konservative Kantone in der Innerschweiz ins Ja gekippt sind. Ein Beispiel: Nidwalden hatte im Juni mit 51 Prozent Nein zum Covid-Gesetz gesagt, nun mit 59 Prozent Ja. In verschiedenen Westschweizer Kantonen sowie im Tessin gingen die Zustimmungswerte dagegen zurück, blieben aber deutlich im Ja-Lager.

61 Prozent sagen Ja zur Pflegeinitiative

Eines der besten Resultate überhaupt für eine Volksinitiative hat die Pflegeinitiative erzielt. Rund 2'161'100 Stimmende legten gemäss Endresultat der Kantone ein Ja ein, rund 1'383'000 ein Nein. Der Ja-Anteil lag bei rund 61 Prozent. Schon in Umfragen hatten deutliche Mehrheiten die Initiative unterstützt. Die Beteiligung lag bei 64,5 Prozent.

In städtischen Gebieten war die Zustimmung deutlicher als auf dem Land, in der Westschweiz im Mittel höher als im Rest des Landes. Unterdurchschnittliche Ja-Anteile gab es namentlich in der Zentralschweiz, in Teilen der Ostschweiz sowie im Tessin. Nein sagte mit rund 53 Prozent einzig Appenzell Innerrhoden.

Die höchsten Ja-Anteile von je über 66 Prozent hatten Basel-Stadt und Jura. Auf die Gemeinden gerechnet, kam das klarste Ja von La Chaux-des-Breuleux JU. Über 82 Prozent der dortigen Stimmenden waren für die Initiative, wie die Nachrichtenagentur «Keystone-SDA» errechnet hat. Am deutlichsten Nein sagte Trachselwald BE mit rund 70 Prozent. (sda/bat)