Pandemie

Zuger Reformierte zahlen Corona-Hilfe von knapp 350’000 Franken

Die Corona-Pandemie trifft viele finanziell hart. Deshalb hat die Reformierte Kirche Kanton Zug bis jetzt über 50 Hilfesuchende unterstützt. Noch 150’000 Franken stehen zur Vergabe bereit.

Wer wegen der Corona-Pandemie in finanziellen Schwierigkeiten ist, der kann sich an die Reformierte Kirche Kanton Zug wenden. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey).

Firmen, die ihre Lieferanten und Mietzinsen nicht mehr bezahlen können, Privatpersonen, bei denen sich die Rechnungen stapeln oder Künstler, die keine Gage erhalten. Die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie können hart sein. Deshalb greift die Reformierte Kirche Kanton Zug Firmen und Privatpersonen seit Oktober 2020 mit einem Corona-Nothilfefonds finanziell unter die Arme. Wie die Kirche an der Sitzung des Grossen Kirchgemeinderates vom 15. November bekannt gab, wurden bis jetzt 51 Anträge bewilligt und Unterstützungsgelder in der Höhe von 345’800 Franken ausgeschüttet. «Weitere gut 150'000 Franken stünden bereit», sagt Kirchenratspräsident Rolf Berweger auf Anfrage von ref.ch.

Gemäss Berweger ist das Ziel des Fonds, dass die Kirche möglichst unbürokratisch den Menschen helfen kann. Geld wird dabei nicht direkt aufs Konto überwiesen. «Wir begleichen etwa Rechnungen», sagt Berweger. Wer Unterstützung möchte, der muss ein Gesuch stellen, das von vier Personen geprüft wird: Von Mitarbeitenden der kircheneigenen Triangel Beratung und einem pensionierten Bankmanager. Denn nur wenn absehbar sei, dass die Unterstützung nachhaltig ist, werde der Antrag bewilligt. 

Vom Komiker bis zur Reinigungsfirma

Wie viel die einzelnen Firmen und Personen bekämen, sei sehr unterschiedlich. Meistens handle es sich um einen «vierstelligen Betrag im mittleren Bereich.» Bei Familien, Kleinfirmen und Altersheimen könne es auch mal ein niedriger fünfstelliger Betrag sein.

Laut Berweger hätten bis jetzt zum Beispiel Reinigungsfirmen, Unternehmen aus der Eventbranche, Komiker, Sport- und Kulturvereine oder Familien um Unterstützung gebeten. «Für uns ist es wichtig, dass sie alle im Kanton Zug ansässig sind», sagt Berweger. Man wolle den Menschen direkt vor Ort helfen und damit zeigen, dass solche Hilfsprojekte eben auch zur Aufgabe
einer Kirche gehörten. 

Ursprünglich habe man geplant, den Fonds bis Ende Jahr auslaufen zu lassen. «Wir dachten nicht, dass sich die Corona-Pandemie so lange hinzieht», sagt Berweger. Nun wolle man aber weitermachen, bis die vom Grossen Kirchgemeinderat bewilligten 500'000 Franken aufgebraucht seien. Sollte danach weiterhin grosser Unterstützungsbedarf herrschen, kann sich Berweger durchaus vorstellen, dass ein weiterer Nothilfefonds beantragt würde.

Budget genehmigt

An der Sitzung des Grossen Kirchgemeinderates war nicht nur der Corona-Fonds ein Thema, sondern auch das Budget 2022 sowie der Finanzplan 2023 bis 2026. Beide wurden laut Mitteilung vom Grossen Kirchgemeinderat bewilligt, respektive zur Kenntnis genommen.

Für die Aussen- und Innenrenovation des Pfarrhauses in Unterägeri beantragte der Kirchenrat einen Planungs- und Baukredit in der Höhe von 300’000 Franken. Der Grosse Kirchgemeinderat stimmte dem Antrag zu. Ebenfalls gutgeheissen wurde ein Planungs- und Baukredit in der Höhe von 671’000 Franken für die Sanierung und Neugestaltung der Umgebung der Reformierten Kirche in Zug.