Schusswaffen sollen Kirchgänger in den USA schützen

Protestantische Kirchgemeinden, bei denen Waffen Teil des Sicherheitskonzepts sind, sind in den USA keine Seltenheit. Das ergab eine Befragung.


In zahlreichen protestantischen Kirchengemeinden in den USA gehört das Tragen von Schusswaffen laut einer Pastorenbefragung des evangelikalen Instituts LifeWay Research zu den Sicherheitsvorkehrungen. Bewaffnete Gemeindemitglieder seien Teil ihrer vorbeugenden Planung, hätten 45 Prozent der befragten protestantischen Pastoren gesagt, teilte LifeWay am 28. Januar mit. 23 Prozent beschäftigten bewaffnete Sicherheitsdienste.

Nach Angaben des Baptistischen Informationsdienstes haben sich seit dem Jahr 2000 19 tödliche Schiessereien in US-Kirchen zutragen. 2017 erschoss ein Mann 26 Menschen in einer Baptistenkirche in Sutherland Springs in Texas. 2015 ermordete ein junger Weisser neun afrikanisch-amerikanische Mitglieder einer Bibelgruppe in Charleston in South Carolina.

1000 Pastoren befragt

Laut LifeWay Research gibt es regionale Unterschiede. Pastoren im Süden und im Westen der USA erklärten eher als Pastoren im Nordosten, in ihren Gemeinden seien manche Mitglieder bewaffnet. 71 Prozent der befragten Pastoren pfingstkirchlicher Gemeinden und 65 Prozent baptistischer Pastoren gaben an, bewaffnete Gemeindemitglieder gehörten zu ihrem Sicherheitsplan. 27 Prozent lutherischer und 32 Prozent methodistischer Pastoren erklärten bei der Erhebung, bewaffnete Mitglieder sorgten bei ihnen für Sicherheit. LifeWay Research hat 1000 Pastoren telefonisch befragt.

Im Dezember 2019 hatte laut Medienberichten ein bewaffnetes Gemeindemitglied der «West Freeway Church of Christ» in dem Ort White Settlement in Texas einen Attentäter erschossen. Der Mann hatte beim Gottesdienst zwei Menschen ermordet. (epd/bat)