Schaffhauser Reformierte spenden für Nothilfe in Westkamerun

5'000 Franken spendet die reformierte Kirche des Kantons Schaffhausen an Mission 21 in Basel für Vertriebene in Kamerun.


Das evangelische Missionswerk Mission 21 in Basel erhält 5’000 Franken von der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Schaffhausen. Damit sollen Frauen und Kinder im Westen Kameruns auf der Flucht vor Gewalt mit dem Nötigsten unterstützt werden, schreibt die Kirche in einer Mitteilung am 14. November. Die Partnerkirche des Missionswerks, die presbyterianische Kirche in Kamerun, engagiert sich mit Projektteams vor Ort, um für Binnenflüchtlinge Nothilfe zu leisten und Wiederaufbauhilfe anzustossen.

Separatisten kämpfen gegen die Regierung

Im Westen Kameruns herrschen seit 2016 bürgerkriegsartige Zustände wegen eines Konflikts zwischen englischsprachigen Separatisten und der französischsprachigen Regierung. Die Separatisten der englischsprachigen Minderheit fordern die Unabhängigkeit der selbsternannten «Republik Ambazonien», weil sie der Zentralregierung vorwerfen, die französisch sprechende Bevölkerung zu bevorzugen.

Proteste von Lehrern und Richtern, die vor zwei Jahren eine Angleichung der Lebensverhältnisse gefordert hatten, schlug die Armee gewaltsam nieder. Seitdem ist die Lage eskaliert. Beiden Seiten werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die Zahl der Toten in diesem Jahr wird auf mindestens 400 geschätzt.

Für internationales Aufsehen sorgte Anfang November die Entführung von 78 Schülerinnen und Schülern und drei Lehrern der Presbyterian Secondary School in Westkamerun. Die Internatsschule gehört zur presbyterianischen Kirche. Die Schüler kamen nach drei Tagen wieder frei, die Täter blieben unbekannt. Armee und Separatisten hatten sich zuvor gegenseitig vorgeworfen, für die Entführung verantwortlich zu sein. (mey)