Verschleppte Schüler in Kamerun wieder frei

Die 78 Schüler wurden am 4. November entführt. Das Internat gehört einer Partnerkirche des evangelischen Missionswerks Mission 21.


Die im Westen Kameruns verschleppten Schüler sind Medienberichten zufolge wieder frei. Sie alle seien unversehrt, berichteten der britische Rundfunksender BBC und der französische Auslandsrundfunk RFI am 7. November übereinstimmend unter Berufung auf die kamerunische Regierung.

Der Direktor, ein Lehrer und ein Fahrer der presbyterianischen Schule im englischsprachigen Teil des Landes würden dagegen weiter festgehalten. Über die Umstände der Befreiung und die Identität der Täter wurde zunächst nichts bekannt. Die Armee hatte am 6. November eine grossangelegte Suche gestartet, die zunächst erfolglos blieb.

Gegenseitige Vorwürfe

Armee und Separatisten, die im Westen des zentralafrikanischen Staates Krieg führen, hatten sich gegenseitig vorgeworfen, für die Entführung verantwortlich zu sein. Die Schule in Bamenda, der grössten englischsprachigen Stadt in Kamerun, war laut der Missionsgesellschaft Mission 21 bereits Ende Oktober Ziel einer Entführung. Die Organisation, die die Schule in Bamenda unterstützt, erklärte, die Identität der Entführer sei unklar.

Hintergrund des bürgerkriegsartigen Konflikts im Westen Kameruns sind Vorwürfe der englischsprachigen Minderheit, nach denen die Regierung die französischsprachige Mehrheit im Land bevorzugt. Proteste von Lehrern und Richtern, die vor zwei Jahren eine Angleichung der Lebensverhältnisse gefordert hatten, schlug die Armee gewaltsam nieder. Seitdem ist die Lage eskaliert. Beiden Seiten werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die Zahl der Toten in diesem Jahr wird auf mindestens 400 geschätzt. (epd)