Antisemitismus

Rumänisch-orthodoxe Kirche will Holocaust-Leugner heiligsprechen

Das Patriarchat der rumänisch-orthodoxen Kirche hält trotz Protesten an seinen Plänen fest, drei verstorbene Faschisten heiligzusprechen. Auch Heilige hätten gelegentlich Sünden begangen, argumentiert die Kirchenspitze.

Im September 1940 putschten sich in Rumänien Faschisten an die Macht. Mit der Unterstützung der Nationalsozialisten verübten sie bis im Februar 1941 Pogrome an den Jüdinnen und Juden. Nun will die rumänisch-orthodoxe Kirche drei Geistliche heiligsprechen, die Mitglied der faschistischen «Legionäre» waren. Das berichtet der Österreichische Rundfunk unter Berufung auf eine rumänische Internetzeitung.

Die Kirchenspitze argumentiert, dass auch andere Heilige sich gelegentlich «gegen die christliche Lehre» verhalten hätten. Die Kirche berücksichtige «Änderungen im Leben des Sünders, vor allem die Art, wie er sein Leben beendet hat». Für welche vollbrachten Wunder das Patriarchat die Männer heiligsprechen will, hat es nicht erklärt.

Das «Elie Wiesel-Institut, das den Holocaust in Rumänien erforscht, kritisiert die Entscheidung. Die drei Geistlichen hätten aktiv an Pogromen teilgenommen, gegen Juden gehetzt und sich zu Lebzeiten nicht von ihren Ansichten distanziert. Gestorben sind die drei Männer zwischen 1961 und 1993. (pef)