Wahl

An der Spitze der Bulgarisch-orthodoxen Kirche steht neu ein Freund Russlands

Patriarch Daniil ist das neue Oberhapt der Bulgarisch-orthodoxen Kirche. Er gilt als russlandfreundlich. Die Wahl ist sehr knapp ausgegangen.

In Bulgarien ist ein neues Oberhaupt der orthodoxen Kirche gewählt worden. Der als russlandnah geltende Daniil erhielt eine knappe Mehrheit der Stimmen. 69 von 138 Mitgliedern sprachen sich für ihn aus. Der in Bezug zum Ukraine-Krieg als neutral geltende Metropolit Grigorii erhielt 66 Stimmen. Es gab drei ungültige Stimmzettel.

Die Wahl war nach dem Tod von Patriarch Neofit im März notwendig geworden. Nach elf Jahren an der Spitze der orthodoxen Kirche starb er mit 78 Jahren.

Als Reaktion auf die Wahl Daniils kündigte ein prominenter Klostervorsteher seinen Austritt aus der Bulgarischen-orthodoxen Kirche an. Vertreter einer prorussischen und nationalistischen Partei Bulgariens begrüssten hingegen den Ausgang der Wahl.

Bulgariens Bevölkerung ist mehrheitlich christlich-orthodox. Katholiken machen nur rund ein Prozent der Menschen aus. Ausserdem sind etwa zehn Prozent ethnische Türken, was noch auf die Zeit des Osmanischen Reiches zurückgeht, das auch Gebiete Bulgariens umfasst hatte. (sda/ dst)