Riesige Regenbogenfahne am Zürcher Grossmünster gehisst

Tausende Menschen sind in Zürich für die Erweiterung der Anti-Rassismus-Strafnorm auf die Strasse gegangen. Zielpunkt der Demonstration war das Grossmünster, dessen Nordturm mit einer riesigen Regenbogenfahne geschmückt wurde.


Rund 3000 Demonstrantinnen und Demonstranten zogen nach Angaben der Organisatoren am 18. Januar ab 13:00 Uhr vom Helvetiaplatz aus durch die Stadt. Sie warben für ein Ja zum Schutz vor Hass bei der eidgenössischen Abstimmung über die erweiterte Anti-Rassismus-Strafnorm am 9. Februar und für die Akzeptanz von Lesben, Schwulen und Bisexuellen.

Gerade nach mehreren gewalttätigen Übergriffen auf gleichgeschlechtliche Paare im Zürcher Nachtleben sei die Demonstration ein selbstbewusstes Zeichen, dass sich die LGBT-Community nicht einschüchtern lasse, teilte das nationale Komitee «Ja zum Schutz vor Hass» mit.

Affinität für die Ausgegrenzten

Der Demonstrationszug endete im Zürcher Niederdorf auf dem Platz vor dem Grossmünster, wo die versammelte Menschenmenge eine 10 mal 30 Meter grosse und 20 Kilogramm schwere Regenbogenfahne bestaunen konnte, die am Nordturm der Kirche ausgerollt wurde. Das Grossmünster habe schon immer eine Affinität für all jene gehabt, die stigmatisiert, marginalisiert oder diskriminiert wurden, sagte Grossmünsterpfarrer Christoph Sigrist laut Tages-Anzeiger.

«Wir freuen uns sehr über die Unterstützung der reformierten Kirche und dieses öffentliche und klare Statement für mehr Akzeptanz», erklärte Eva Kaderli, Mitorganisatorin der Demonstration und Co-Präsidentin des Vereins Zwischenraum, der sich für queere Menschen in den Kirchen einsetzt. «Dies zeigt, wie breit die Unterstützung für den Schutz vor Hass ist und dass auch kirchliche Kreise eine Erweiterung der Diskriminierungsstrafnorm klar befürworten», sagte sie.

Aktionen in der ganzen Schweiz

Die bewilligte Demonstration wurde von lokalen LGBT-Vereinen und dem nationalen Komitee «Ja zum Schutz vor Hass» organisiert. Sie war eine von über zehn Aktionen, die am Samstag in der ganzen Schweiz zu einem Ja am 9. Februar aufriefen. (sda/no)