Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn bereiten sich auf finanziell schwierige Zeiten vor

An ihrer Sommersynode wählten die Delegierten nicht nur zum ersten Mal eine Frau an die Spitze, sondern gaben sich auch eine neue Finanzstrategie, stimmten einem neuen Leitbild zu und beschlossen den Wiedereintritt in den Verein Reformierte Medien.


Ganz im Zeichen der Corona-Pandemie fand die eineinhalbtägige Sommersynode der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn in diesem Jahr auf dem Berner Messegelände auf Abstand statt. Zuschauer waren nicht gestattet, wer die Versammlung mitverfolgen wollte, dem stand ein Audiolivestream zur Verfügung. Trotz den herausfordernden Rahmenbedingungen konnten sich die Synodalen zahlreichen Sachgeschäften widmen.

Bereits am ersten Tag wählte die Synode mit Judith Pörksen Roder zum ersten Mal eine Frau ins Synodalratspräsidium (ref.ch berichtete). Sie folgt auf Andreas Zeller, der nach 21 Jahren im Synodalrat und 13 Jahren als dessen Präsident in den Ruhestand geht. Zeller wurde von der Synode mit langem Applaus verabschiedet. Der leidenschaftliche Wanderer durfte sich über einen reich gefüllten Wanderrucksack als Geschenk freuen.

Neue Finanzstrategie entwickelt

Neben der Wahl standen die Finanzen im Fokus der Sommersynode. So stellte der Synodalrat seine künftige Finanzstrategie vor, die den «veränderten Bedingungen Rechnung trägt und bei unvorhergesehenen Entwicklungen zielgerichtete Handlungsmöglichkeiten schafft.» Gemeint sind damit unter anderem die rückläufigen Mitgliederzahlen sowie weitere finanzielle Unsicherheiten bezüglich der künftigen kantonalen Steuerpolitik. Auch die Auswirkungen der Coronakrise auf die wirtschaftliche Entwicklung und somit auf die Steuererträge könnten den Kirchenfinanzen zu schaffen machen. 

Deshalb ist laut dem Rat ein wirtschaftlicher Umgang mit den vorhandenen finanziellen Mitteln umso wichtiger. Insbesondere soll ein Bilanzüberschuss von rund 15 Millionen Franken aufgebaut werden. Die Synode nahm die Finanzstrategie zur Kenntnis.

Wiedereintritt in die Reformierten Medien

Gänzlich unbestritten war der Wiedereintritt in die Reformierten Medien, zu denen auch ref.ch und das Magazin bref gehören. Bei drei Enthaltungen und der Zustimmung aller Fraktionen folgte die Synode der Empfehlung des Synodalrats und beschloss, per 2021 wieder in den Verein Reformierte Medien einzutreten. Grund für den Wiedereintritt sei unter anderem die nun finanziell stabile Lage des Vereins, hiess es seitens des Synodalrats. 

Leitbild gibt zu reden

Für viel Gesprächsstoff sorgte das neue Leitbild für das Pfarramt, das sozialdiakonische und das katechetische Amt. Die Kirchenordnung schreibt vor, dass die Synode alle acht Jahre für die drei Ämter ein Leitbild genehmigt. Der Synodalrat schlug der Synode allerdings anstelle eines Leitbildes pro Amt ein einziges Leitbild für alle drei Ämter vor. 

Verschiedene Sprecherinnen und Sprecher empfanden das Leitbild jedoch als zu umfangreich und zu wenig prägnant. Andere fanden wiederum, dass der Umfang die Vielfältigkeit der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn widerspiegle. Der Rückweisungsantrag der GPK wurde schliesslich abgelehnt und das Leitbild mit einigen Änderungen angenommen.

Die Jahresrechnung 2019 schloss mit einem Gewinn von rund 3,6 Millionen Franken. Zum erfreulichen Gesamtergebnis beigetragen habe insbesondere der verminderte betriebliche Aufwand. Die Rechnung wurde von der Synode genehmigt. (bat)