Private Heime sollen Sterbehilfe nicht mehr verbieten können
Eine Volksinitiative verlangt, dass private Alters- und Pflegeheime im Kanton Zürich dazu verpflichtet werden, Freitodbegleitungen in ihren Räumlichkeiten zuzulassen. «Es muss möglich werden, dass schwer kranke und leidende Menschen, die Suizidhilfe in Anspruch nehmen möchten, dafür in ihrem Domizil bleiben können», schreibt die Sterbehilfeorganisation Exit in einer Mitteilung.
Die Initiative ist eine Reaktion auf einen Beschluss des Zürcher Kantonsrates von vergangenem November. Dieser stellte einen Kompromiss zu einer parlamentarischen Initiative dar, welche alle Heime verpflichten wollte, die Suizidhilfe zuzulassen. Der Rat hingegen einigte sich darauf, dass dies nur für von Gemeinden betriebene Heime gelte. Privaten hingegen steht es nach wie vor frei, Sterbehilfe in den eigenen Räumlichkeiten zu verbieten – selbst dann, wenn sie mit öffentlichen Geldern unterstützt werden. Der Entscheid im Kantonsrat war mit 81 zu 80 Stimmen äusserst knapp ausgefallen.
Das Initiativkomittee «Selbstbestimmung am Lebensende auch
in Alters- und Pflegeheimen» besteht unter anderem aus den Kantonsrätinnen Brigitte Röösli (SP), Jeannette Büsser (Grüne), Hanspeter Göldi (SP) und Arianne Moser (FDP). Auch Persönlichkeiten wie Viktor Giacobbo, Karl Lüond sowie alt-Ständerat Felix Gutzwiller unterstützen das Anliegen. Unterstützt wird die Initiative von den beiden Sterbehilfeorganisationen Exit und Dignitas.
Damit die Initiative vors Volk kommt, werden 6000 Unterschriften innerhalb von sechs Monaten benötigt. Ob Suizidhilfe in Alters- und Pflegeinstitutionen erlaubt ist, ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich geregelt. In den Kantonen Waadt, Neuenburg, Genf und Wallis waren Vorstösse wie jener in Zürich in den letzten Jahren erfolgreich. (eba)