Pionier-Pfarrerin mit Quartierplatz geehrt
Lange Zeit war Frauen in der reformierten Kirche das Pfarramt verwehrt. Als die Bündner Gemeinde Furna 1931 mit Greti Caprez-Roffler erstmals eine Frau als Pfarrerin wählte, war dies ein Skandal.
Zu den Pionierinnen gehörte auch Marie Speiser. Sie wurde 1933 in der Solothurner Gemeinde Zuchwil als erste Frau ins Pfarramt gewählt. Zu ihren Ehren soll nun ein Platz in dem Zuchwiler Neubauquartier Riverside nach Speiser benannt werden, wie das «Oltener Tagblatt» am 5. November berichtete.
Die 1986 verstorbene Pfarrerin sei vielen Zuchwilerinnen noch in bester Erinnerung, heisst es in dem Artikel. In den ersten Jahren durfte Speiser allerdings keine Taufen durchführen und weder das Abendmahl noch Konfirmationen leiten. Zudem musste sich mit dem Lohn einer bernischen Pfarrhelferin begnügen. Erst 1942 wurden Speiser sämtliche pfarramtlichen Aufgaben übertragen.
Speiser war ausserdem Mitbegründerin des Schweizerischen Theologinnenverbandes und machte sich laut dem Artikel für Gleichberechtigung stark. Auch setzte sie sich für die Gründung evangelisch-reformierter Kinderheime im Kanton Solothurn ein. (no)