Parlamentarierinnen unterstützen Studie
In einer Woche entscheidet die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS), in welcher Form sie sexuellen Missbrauch im reformierten Umfeld aufarbeiten will. Die Exekutive schlägt dafür eine repräsentative Studie vor, in der rund 20‘000 zufällig ausgewählte Personen in der Schweiz zu sexuellem Missbrauch befragt werden sollen.
Unterstützung erhält dieses Anliegen nun von einer Gruppe von Parlamentarierinnen. In einem Brief an den EKS-Rat und die Synode begrüssen die Politikerinnen das Vorhaben, Missbrauch im Rahmen einer Studie aufzuarbeiten. Sexueller Missbrauch sei eine gravierende Verletzung der Menschenrechte mit verheerenden Auswirkungen auf Opfer und Gesellschaft, heisst es darin.
«Umso bedeutender ist es, dass die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz jetzt mutig handelt und sich in der Synode für eine Aufarbeitung durch eine Studie entschliesst. Eine Verzögerung würde auf Unverständnis stossen», schreiben die Parlamentarierinnen. Zu den Unterzeichnenden gehören die Ständerätin Maya Graf (Grüne) sowie die Nationalrätinnen und Nationalräte Nik Gugger (EVP), Susanne Vincenz-Stauffacher (FDP), Samira Marti (SP), Benjamin Fischer (SVP), Kathrin Bertschy (GLP), Priska Wismer-Felder (Mitte), Florence Brenzikofer (Grüne), Nadja Umbricht Pieren (SVP) und Beat Flach (GLP).
Die ehemalige EVP-Nationalrätin Lilian Studer, die das Schreiben lanciert hat, betont auf Anfrage von ref.ch, dass eine Studie ein Zeichen setze. «Die Reformierte Kirche kann damit deutlich machen, dass sie das Thema ernst nimmt und Missbrauch in den eigenen Reihen nicht duldet. Das ist sowohl für die Opfer wie für die Glaubwürdigkeit der Kirche wichtig.»
Studer hofft daher, dass die Synodalen kommende Woche ihre Zustimmung zum Vorschlag des Rates geben. «Ich bin der Meinung, dass die Aufarbeitung möglichst bald in Angriff genommen und nicht noch weiter hinausgezögert werden sollte». Die Synode der EKS tagt vom 9. bis 11. Juni in Neuenburg. (no)