Max Ophüls-Preis

Ökumenische Jury zeichnet Migrations-Drama aus

Der ghanaisch-deutsche Film «Borga» zeigt in beklemmenden Bildern die Auswirkungen des westlichen Konsums auf den afrikanischen Kontinent. Dafür wurde er am Filmfestival in Saarbrücken mit dem Hauptpreis und dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet.

Der Film «Borga» von Regisseur York-Fabian Raabe hat beim diesjährigen Filmfestival Max Ophüls-Preis kräftig abgeräumt. Er erhielt sowohl den mit 36’000 Euro dotierten Hauptpreis für den besten Spielfilm wie auch den Publikumspreis und den Preis der Ökumenischen Jury. Darüber hinaus wurde Hauptdarsteller Eugene Boateng mit dem Preis für den gesellschaftlich relevanten Film ausgezeichnet.

Der Film über den Ghanaer Kojo und seine Migrationsgeschichte zeige in eindringlichen Bildern die globalen Auswirkungen des westlichen Konsums auf Kosten des afrikanischen Kontinents, heisst es in der Begründung der Ökumenischen Jury. Dem deutsch-ghanaischen Filmteam sei ein authentisches und fesselndes Drama mit grossartigen Darstellerinnen gelungen. «Borga» fordere den Zuschauer dazu auf, respektvoller und sensibler auf Fluchtgeschichten zu hören und Klischees zu hinterfragen.

Festival erstmals komplett digital

Die Ökumenische Jury zeichnet seit 1992 Filmschaffende aus, die menschliches Verhalten zum Ausdruck bringen oder für spirituelle Werte sensibilisieren. Die Juroren werden von den kirchlichen Filmorganisationen «Interfilm» und «Signis» gestellt. Der Preis der Ökumenischen Jury ist mit 2’500 Euro dotiert.

Das 42. Filmfestival Max Ophüls-Preis fand aufgrund der Corona-Pandemie zum ersten Mal komplett online statt. Es gilt als eines der bedeutendsten Filmfestivals für Nachwuchsfilmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Benannt ist es nach dem in Saarbrücken geborenen Regisseur Max Ophüls. (no)