Filmfestival Leipzig

Doku über Kriegsversehrte aus dem Kongo erhält interreligiösen Preis

Der Dokumentarfilm «Downstream to Kinshasa» schildert eindrücklich, wie Kriegsversehrte aus dem Sechstagekrieg in der Demokratischen Republik Kongo Wiedergutmachung für erlittenes Leid einfordern. Dafür ist der Film in Leipzig mit dem Preis der Interreligiösen Jury ausgezeichnet worden.

Doppelte Ehre für den kongolesischen Regisseur Dieudo Hamadi am Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm: Sein Werk «Downstream to Kinshasa» hat den mit 10'000 Euro dotierten Hauptpreis, die Goldene Taube, gewonnen. Zudem zeichnete die Interreligiöse Jury den Film aus, wie es in einer Mitteilung vom 1. November heisst.

Die Koproduktion aus der Republik Kongo, Belgien und Frankreich begleitete Menschen, die vor zwanzig Jahren im sogenannten Sechstagekrieg in Kisangani in der Demokratischen Republik Kongo verletzt wurden. Seit Jahren kämpfen sie um Entschädigung und machen mit einem Marsch durch die Stadt auf ihr Leid aufmerksam.

Der Film zeige «auf grossartige Weise», wie die kriegsversehrten Menschen ihr Leben nach und nach in die eigene Hand nehmen und beschliessen, die ihnen zustehende Entschädigung von der Regierung einzufordern, heisst es in der Begründung der Jury. Regisseur Hamadi hatte bereits bei der Berlinale 2017 den Forumspreis der Ökumenischen Jury für seinen Film «Maman Colonelle» gewonnen.

Die 63. Ausgabe des Festivals fand aufgrund der Corona-Pandemie als Hybridveranstaltung statt, mit 141 Filmen, die auf Leinwänden in Spielstätten vor Ort gezeigt werden. 132 dieser Filme stellte das Festival als Streaming auch online zur Verfügung. Die von den kirchlichen Filmorganisationen Interfilm und Signis berufene Jury sichtete die Filme online. Ihr Preis ist mit 1'500 Euro dotiert. (no)