«Ocean Viking» wegen Coronavirus in Quarantäne

Das Rettungsschiff «Ocean Viking» muss seine Mission im Mittelmeer unter Umständen bis zu zwei Wochen unterbrechen. Die italienischen Behörden stellten die Crew ausserhalb des Hafens von Pozzallo unter Quarantäne.


Als Vorsichtsmassnahme gegen das Coronavirus haben die italienischen Behörden die Besatzung des Rettungsschiffes «Ocean Viking» vor dem Hafen der sizilianischen Stadt Pozzallo an Bord isoliert. Dies teilten die Betreiberorganisationen «Ärzte ohne Grenzen» und «SOS Méditerranée» am 24. Februar auf Twitter mit. Demnach wurde dem Schiff eine vierzehntägige Quarantäne verordnet.

Am Tag zuvor hatte die Crew noch 274 gerettete Bootsflüchtlinge in Pozzallo an Land gebracht. Wie das italienische Innenministerium mitteilte, seien die Migranten in der Hafenstadt ebenfalls unter Quarantäne gestellt worden.

Seenotretter fordern Klärung

Auf Twitter äusserte «SOS Méditerranée» Verständnis für die Massnahme. Man werde sich deshalb auch an sie halten. Trotzdem fordere die Organisation die Behörden zu einer weiteren Klärung auf. Die Epidemie dürfe nicht als Vorwand benutzt werden, um das Schiff von seiner lebensrettenden Arbeit abzuhalten.

Italien kämpft derzeit gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus. Unter anderem ordnete die italienische Regierung am Samstag die Isolierung von insgesamt elf norditalienischen Städten an, wie Medien berichteten. (no)