Oberstes Gericht verhandelt über Abtreibungsmittel
Während in Frankreich das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch als garantierte Freiheit in die Verfassung aufgenommen worden ist, sieht es in den Vereinigten Staaten ganz anders aus.
Das Abtreibungsmittel Mifepriston steht in den USA auf dem Prüfstand. Nachdem der texanische Bundesrichter Matthew Kacsmaryk vor Jahresfrist zum Schluss gekommen war, dass die Arzneimittelbehörde FDA bei der Zulassung des Medikaments vor 23 Jahren Fehler gemacht habe, befasst sich das Oberste Gericht der USA mit diesem Urteil.
Der als konservativ bekannte Kacsmaryk gab dem Gesuch eines Anti-Abtreibungsverbandes von Ärzten statt, dem Mittel die Zulassung zu entziehen. Das Urteil des Obersten Gerichts wird in wenigen Monaten erwartet.
Laut Familienplanungsinstitut Guttmacher Institute werden in den USA beinahe zwei Drittel der Abtreibungen medikamentös ausgeführt. Falls das Oberste Gericht Kacsmaryks Urteil vollständig oder weitgehend bestehen lässt, wäre Mifepriston in den gesamten USA verboten, oder der Zugang wäre erschwert – selbst in Bundesstaaten, in denen Abtreibung legal ist.
Der Präsident der römisch-katholischen Bischofskonferenz, Erzbischof Timothy Broglio, rief Gläubige anlässlich der Anhörung zum «konzentrierten Gebet für das Ende der Abtreibung» auf. US-Präsident Joe Biden hatte das Urteil von Kacsmaryk kritisiert. Es raube Frauen grundlegende Freiheiten. (epd/ dst)