Mittelmeer

Neues Rettungsschiff «Aurora» bringt Bootsflüchtlinge in Sicherheit

85 Flüchtlinge aus Libyen sind von dem Rettungsschiff «Aurora» in Sizilien an Land gebracht worden. Die Menschen waren in einem manövrierunfähigen Boot auf dem Meer getrieben.

Das neue Rettungsschiff der Organisation Sea-Watch, «Aurora», hat die Erlaubnis zur Anlandung in Lampedusa erhalten. Die 85 in der vorherigen Nacht an Bord genommenen Menschen könnten im Hafen der italienischen Insel an Land gehen, teilte die Organisation in der Nacht auf Dienstag mit.

Die Besatzung hatte die Geflüchteten in der maltesischen Rettungszone aus Seenot gerettet, während bereits Wasser in deren Boot drang. Unterstützung  hatten sie vom Beobachtungsschiff «Nadir» der Organisation Resqship erhalten.

Die beiden Organisationen kritisierten, die europäischen Behörden hätten von dem Notfall gewusst. Statt eine Rettung einzuleiten, sei lediglich eine Drohne der EU-Grenzschutzagentur Frontex über dem Boot gekreist. Die Geflüchteten waren aus der libyschen Stadt Zuwara gestartet und in der Dunkelheit manövrierunfähig auf dem Meer getrieben.

Im Mittelmeer gibt es keine staatlich organisierte Seenotrettungsmission. Lediglich die Schiffe privater Organisationen halten Ausschau nach in Not geratenen Flüchtlingen und Migranten. Immer wieder dauert es viele Tage, bis die italienischen Behörden den Rettungsschiffen einen Hafen zuweisen. Malta gibt seit Jahren keine Erlaubnisse mehr. Neben der «Aurora» ist aktuell noch das deutsche Rettungsschiff «Sea-Watch 3» im Einsatz. (epd/no)