Grossbritannien
Anglikanischer Bischof soll Frauen belästigt haben
Die anglikanische Kirche verliert schon wieder einen hohen Würdenträger. John Perumbalath, Bischof von Liverpool, tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Gegen ihn würden Vorwürfe erhoben, laut denen er sexuelle Übergriffe und Belästigungen begangen haben soll.
Laut der britischen Tageszeitung «the Guardian» sind die Vorwürfe seit 2023 bekannt. Weder eine Untersuchung durch die Abteilung für Schutz vor Missbrauch der anglikanischen Kirche noch durch die Polizei erhärteten die Vorwürfe.
Trotzdem hat Perumbalath die Erlaubnis zum Rücktritt von König Charles erbeten. Laut Guardian sagte der Bischof: «Die Medien behandeln mich, als sei ich schuldig in allen Punkten und als seien die Anschuldigungen Fakten.» Er bleibe weiterhin der Meinung, dass er nichts Falsches getan habe. Sein Rücktritt soll die Aufklärung der Vorwürfe ermöglichen.
Eine Frau beschuldigt ihn, sie ohne Zustimmung geküsst und angefasst zu haben, eine zweite wirft ihm sexuelle Belästigung vor.
Der Erzbischof von York und Oberhaupt der anglikanischen Kirche, Stephen Cottrell, dankte Perumbalath für seine Dienste und drückte seinen Respekt für dessen Entscheidung aus. Cottrell ist selbst mit Rücktrittsforderungen konfrontiert.
Erst im November legte Justin Welby, Erzbischof von Canterbury und damaliges Oberhaupt der anglikanischen Kirche, sein Amt nieder. Er hatte einen Juristen der Kirche gedeckt, der jahrzehntelang auf sadistische Weise Jugendliche missbraucht hatte.
Anlässlich Welbys Rücktritt forderten anglikanische Bischöfinnen einen Kulturwandel innerhalb der Kirche und vermuteten, dass «sehr wahrscheinlich weitere Personen zurücktreten müssen». (dst)