Mittelmeer / Ärmelkanal

Mehrere Tote bei Bootsunglücken

Bei nächtlichen Überfahrten sind vor der tunesischen und der französischen Küste erneut Migranten ums Leben gekommen.

Immer wieder versuchen Migranten, in kleinen Schlauchbooten über den Ärmelkanal nach Grossbritannien zu gelangen. Die Überfahrt ist gefährlich, vor allem weil der Meeresarm von vielen grossen Schiffen befahren wird.

Eines dieser Boote war in der Nacht auf Samstag nahe der nordfranzösischen Stadt Calais in Seenot geraten und gesunken. Sechs Menschen starben. Nach Angaben der französischen Staatsanwaltschaft handelt es sich bei den Opfern um afghanische Staatsbürger. Mehr als 50 Menschen wurden von französischen und britischen Einsatzkräften gerettet.

Auch Tunesien verzeichnete in der Nacht zum Samstag ein erneutes Bootsunglück. Das Boot sank in der Nähe der Stadt Gabes. 13 Menschen konnten gerettet werden, während fünf am Sonntag weiter vermisst wurden. Alle Migranten an Bord stammten aus Tunesien.

Viele Menschen wagen derzeit von Tunesien aus in oft seeuntauglichen Booten die lebensgefährliche Mittelmeerüberfahrt nach Italien. Tunesien gilt inzwischen als wichtigstes Transitland für Migranten auf dem Weg nach Europa. Das tunesische Innenministerium zählte allein bis Ende Juli 900 Todesopfer, die bei Bootsunglücken in diesem Jahr vor der Küste des Landes starben. Im August kamen Dutzende Tote hinzu.

Hunderte weitere Menschen wagten am Wochenende die hochgefährliche Überfahrt: Fast 1000 Migranten erreichten von Samstag bis Sonntag die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Das Innenministerium in Rom zählte in diesem Jahr mehr als 96 300 Menschen, die auf Booten Italien erreichten. (sda/ hz)