Mehrere Mitarbeiter des Roten Kreuzes getötet und verletzt
Bewaffnete haben im Sudan zwei Fahrer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) getötet. Drei weitere Mitarbeiter wurden bei dem Angriff verletzt, wie das IKRK mitteilte.
Demnach war das Team auf dem Rückweg von einer Mission in Layba im Süden von Darfur, wo es die humanitäre Lage der Bevölkerung beurteilt hatte, als es zum Übergriff kam. Das IKRK rief zum sofortigen Schutz der Zivilbevölkerung auf, einschliesslich der humanitären Helferinnen und Helfer sowie des medizinischen Personals. Diese dürften nicht angegriffen werden. Den Angehörigen drückte Pierre Dorbes, der Delegationsleiter im Sudan, sein Beileid aus, den Verletzten wünschte er baldige Genesung.
Seit April 2023 versorgt das IKRK in der Konfliktregion unter anderem Spitäler mit medizinischen Hilfsgütern. Dabei arbeitet es mit dem Sudanesischen Roten Halbmond zusammen.
Im Sudan bekämpfen sich seit einem Jahr die Armee des de-facto Machthabers Abdel Fattah al-Burhan und die Milizen der «Rapid Support Forces» seines ehemaligen Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo. Der Machtkampf löste die mittlerweile grösste Flüchtlingskrise weltweit aus.
Nach neuesten Uno-Angaben wurden über 8,6 Millionen Menschen vertrieben, darunter vier Millionen Kinder. Zwei Millionen Menschen flohen in die Nachbarländer, insbesondere nach Tschad, Südsudan und Ägypten. Nach Uno-Angaben leiden derzeit 18 Millionen Menschen im Sudan unter akutem Hunger. Die Hälfte der Bevölkerung ist auf humanitäre Hilfe angewiesen.
An einer Geberkonferenz Mitte April in Paris warnte die deutsche Aussenministerin vor einer «furchtbaren Hungerkatastrophe» in dem Land im Nordosten Afrikas. Die Schweiz sicherte an der Konferenz Hilfsgelder in der Höhe von 19 Millionen Franken zu. (sda/ pef)