Mehr Männer und Jugendliche wenden sich ans Sorgentelefon
Wer jemanden zum Reden braucht, kann die Nummer 143 wählen. Damit ruft man beim Sorgentelefon der Dargebotenen Hand an. 2022 haben in der ganzen Schweiz rund 190'000 Personen dort angerufen, 9500 mal wurde per Chat oder Mail um Rat gefragt. Diese Zahlen waren höher als in den Vorjahren, nicht zuletzt belastete der Krieg in der Ukraine die Anrufenden.
Aus dem Aktivitätsbericht der Dargebotenen Hand Zentralschweiz geht hervor, dass die Nachfrage 2023 anhaltend hoch war. 18'000 Menschen meldeten sich (Vorjahr: 18'600). In der Auswertung zeigt sich, dass vermehrt Männer, Kinder und Jugendliche Hilfe suchen. Die jüngeren Personen nutzen häufig die Chatberatung. Diese Anfragen haben 2023 um 17 Prozent zugenommen.
Die Reformierte Kirche im Kanton Luzern arbeitet mit der Dargebotenen Hand Zentralschweiz zusammen. Sie bietet ergänzend eine Chatseelsorge an. Die Synode hatte dafür im Frühjahr 2023 einen Kredit von 95'000 Franken für den Zeitraum von 2024 bis 2026 bewilligt (ref.ch berichtete).
Innerhalb der vergangenen vier Jahre hätten sich die Zahlen im Chat verdoppelt, sagte Klaus Rütschi, Leiter der Dargebotenen Hand Zentralschweiz, gegenüber «zentralplus». Minderjährige seien vermehrt mit Problemen wie Mobbing, Einsamkeit, Selbstverletzungen oder Suizidgedanken belastet. (dst)