Deutschland

Tausende feierten Luthers Hochzeitstag

Dass ein ehemaliger Mönch eine ehemalige Nonne heiratete, war vor 500 Jahren ein Skandal. Mit einem Stadtfest ist in Wittenberg der Hochzeitstag von Martin Luther und seiner Frau Katharina von Bora gefeiert worden.
Der Ehering von Katharina von Bora, Martin Luthers Ehefrau. Auf der Innenseite eingraviert steht «Catharina v Boren D Martinus Lutherus / 13. Jun. 1525». (Bild: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig)

Unter dem Titel «Luthers Hochzeit» erlebten am Wochenende tausende Besucherinnen ein umfangreiches Programm zum 500. Hochzeitstag von Martin Luther und Katharina von Bora. Einer der Höhepunkte war ein historischer Festumzug durch Wittenberg mit rund 2000 Mitwirkenden. An Originalschauplätzen erinnerten zudem zahlreiche Vereine an die Zeit der Reformation.

In einem aus der Stadtkirche übertragenen Fernsehgottesdienst erinnerte die Wittenberger Superintendentin Gabriele Metzner an die Symbolik dieser Hochzeit, die vor 500 Jahren für viel Aufsehen gesorgt hatte. Dass ein ehemaliger Mönch eine ehemalige Nonne heiratete, galt als Skandal.

«Es war eher ein Statement als eine Liebeshochzeit», sagte Metzner. Der Reformator habe trotzdem damals gehofft, «dass sich die Engel daran freuen und die Dämonen vertreiben». Die Wittenberger Pfarrerin Anne Brisgen sagte, die Hochzeit stehe exemplarisch für die Auffassung Luthers, «dass Frauen sichtbar werden sollten».

Im Gottesdienst und danach konnten sich Paare vor Ort und am Telefon segnen lassen. Eigens zu dem Stadtfest war im Luthermuseum auch der originale Ehering von Luthers Frau in einer Sonderausstellung zu sehen.

Am 13. Juni 1525 hatte der 42-jährige Reformator Martin Luther (1483-1546) die 26-jährige Katharina von Bora (1499-1552) geheiratet, die zwei Jahre zuvor aus dem Kloster Nimbschen in Sachsen geflüchtet war. (epd/ no)

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