Männlichkeit

«Vorsicht Manosphere» klärt über Online-Radikalisierung junger Männer auf

Eine neue Plattform informiert über patriarchale Männlichkeitsideologien im Internet. Damit verbunden sind kostenlose Beratungsangebote im Kanton Zürich.

Die neue Informationsplattform «Vorsicht Manosphere» will Eltern und Fachpersonen Orientierung im Umgang mit «männlichkeitsideologischer Online-Radikalisierung» bieten, wie es in einer Medienmitteilung der Fachstelle männer.ch heisst.

Der Begriff «Manosphere» bezeichnet Online-Gemeinschaften und Inhalte, die eine dominante Männlichkeit betonen, die naturgegeben sei. Sie sehen diese «Ordnung» durch Frauen, Feminismus und Gleichstellung bedroht.

Prominente Figuren wie Andrew Tate prägen diese Szene. Fachleute warnen, dass solche Inhalte Frauenfeindlichkeit und Gewalt fördern. Besonders gefährdet seien männliche Jugendliche, die nach Orientierung und Anerkennung suchen würden.

Auf der neuen Plattform manosphere.ch wird über Begrifflichkeiten, Denkmuster und Strategien aufgeklärt. Im Kanton Zürich profitieren Eltern, familiäre Bezugspersonen und Fachpersonen zudem von einem spezialisierten, anonymen und kostenlosen Beratungsangebot.

Das Projekt schliesse eine wichtige Lücke, sagt die Zürcher Stadträtin Karin Rykart. «Es bearbeitet gefährliche Dynamiken im digitalen Raum und sensibilisiert für die Problematik von patriarchalen Männlichkeitsideologien, welche die Grundlage von Frauenhass und Queerfeindlichkeit sind.»

Die Plattform wurde von der Fachstelle männer.ch entwickelt, in Zusammenarbeit mit den Kantonen Zürich und Genf sowie den Städten Zürich und Winterthur. Finanziell unterstützt wird das Angebot vom Bundesamt für Polizei im Rahmen des nationalen Aktionsplans gegen Radikalisierung und Extremismus.

Langfristig ist das Projekt «Vorsicht Manosphere» Teil eines umfassenderen Präventionsprogramms, das sich mit «gewaltbegünstigenden und gesundheitsgefährdenden Männlichkeitsnormen» auseinandersetzt. Im November ist eine nationale Fachtagung in Bern geplant, an der unter anderem Bundesrat Beat Jans teilnehmen wird. (gab)

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