Zürich

Mahmud-Moschee kann weiterbestehen

Das Stadtzürcher Parlament hat den Baurechtsvertrag für die älteste Moschee der Schweiz verlängert. Dagegen war einzig die SVP, weil dieser Verein damit «übermässig subventioniert» werde.

Die Mahmud-Moschee, die 1963 auf städtischem Land an der Forchstrasse eröffnet wurde, wird vom Verein Ahmadiyya Muslim Jamaat Schweiz (AMJ Schweiz) betrieben. Dieser zählt rund 900 Mitglieder, davon gut 300 in Zürich und der näheren Umgebung. Für negative Schlagzeilen sorgte diese Moschee mit ihrem 16 Meter hohen Minarett noch nie. Der Verein lehnt Fanatismus, Gewalt und Terror im Namen der Religion gemäss eigenen Angaben kategorisch ab und befürwortet eine strikte Trennung von Staat und Religion.

«Es gibt deshalb keinen Grund, das Baurecht nicht zu verlängern», sagte Stadtrat Daniel Leupi (Grüne). Die Vertragsverlängerung sei ein Zeichen von Weltoffenheit und Toleranz. Die Mehrheit des Parlaments war gleicher Meinung wie Leupi. Der Baurechtsvertrag wurde schliesslich am Mittwoch mit 102 zu 15 Stimmen um weitere 30 Jahre verlängert, mit Option auf weitere 15 Jahre.

«Massive Subvention»

Dagegen war einzig die SVP, allerdings nur aus finanziellen Gründen, wie deren Sprecher betonte. Der jährliche Baurechtszins für das 500 Quadratmeter grosse Grundstück sei mit 28'400 Franken viel zu tief angesetzt. «Das ist eine massive Subvention», sagte Martin Götzl. Das wecke bei anderen Glaubensgemeinschaften Begehrlichkeiten. Zudem sei dieser Verein finanziell potent und könnte gemäss Götzl durchaus mehr zahlen. «Zwei Drittel der Mitglieder wohnen ausserdem nicht einmal in der Stadt Zürich.» Die Argumente der SVP konnten sich angesichts der rot-grünen Mehrheit aber nicht durchsetzen.

Eröffnet wurde die Moschee am 22. Juni 1963 vom damaligen Präsidenten der UNO-Generalversammlung, Muhammad Zafrullah Khan. Auch FDP-Stadtpräsident Emil Landolt war bei der Eröffnung dabei. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat wurde 1889 von Mirza Ghulam Ahmad gegründet. Diese Bewegung versteht sich als Reformgemeinschaft, die nebst Koran, Hadith und Sunna den Schriften ihres Gründers grosse Bedeutung beimisst. Sie ist in rund 210 Ländern vertreten. (sda/mos)