Luzerner Synodalratspräsidentin Ursula Stämmer-Horst ist tot

Ursula Stämmer-Horst ist am 21. März im Alter von 61 Jahren an ihrem schweren Krebsleiden im Luzerner Kantonsspital verstorben. Die ehemalige SP-Stadträtin wirkte als Synodalratspräsidentin der Reformierten Kirche des Kantons Luzern massgeblich an der Umsetzung der neuen Kirchenverfassung mit.

Ursula Stämmer-Horst engagierte sich schon früh in der reformierten Kirche. Sie wünschte sich eine dialogfähige und selbstbewusste Kirche. (Bild: ZVG)

Die Reformierte Kirche des Kantons Luzern verliere mit Ursula Stämmer-Horst nicht nur eine weitsichtige und initiative Persönlichkeit, sondern auch eine liebe, grossmütige und humorvolle Arbeitskollegin, heisst es in einer Mitteilung der Luzerner Kirche vom 22. März. «Mit grosser Betroffenheit und tiefer Trauer haben wir vom Tod unserer Synodalratspräsidentin Kenntnis nehmen müssen.»

Ursula Stämmer-Horst ist am 21. März im Alter von 61 Jahren an ihrem schweren Krebsleiden im Luzerner Kantonsspital verstorben. Florian Fischer, Vizepräsident des Synodalrats, sprach im Namen der Reformierten Kirche des Kantons Luzern der Trauerfamilie sein Beileid aus. «Viel zu früh hat sie uns verlassen. Sie wird uns in unserem täglichen Wirken weiter inspirieren und wir werden sie in unseren Herzen bewahren.»

Massgeblich an der neuen Verfassung beteiligt

Am 1. November 2016 hat Ursula Stämmer-Horst ihr Amt als Synodalratspräsidentin der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Luzern angetreten, nachdem sie während 16 Jahren als Stadträtin für die Sozialdemokratische Partei (SP) in der Stadt Luzern gewirkt hatte. Gleich zu Beginn ihrer Amtszeit leitete sie die Reorganisation der Luzerner Landeskirche, die sich per 1. Januar 2017 eine neue Verfassung gab.

Unter anderem besetzte Stämmer-Horst erfolgreich die neu geschaffene Geschäftsstelle der Landeskirche. Weitere Meilensteine ihrer Tätigkeit seien das Reformationsjubiläum im Jahr 2017, das Zwingli-Jahr 2019 sowie das 50-Jahr-Jubiläum der drei Luzerner Landeskirchen in diesem Jahr gewesen, heisst es in der Mitteilung weiter. Mit ihrer vernetzenden Art und ihrer Dialogfähigkeit habe Stämmer-Horst das kirchliche Leben auf kantonaler und nationaler Ebene geprägt.

Früh in der Kirche engagiert

Stämmer-Horst wuchs in einem reformierten Elternhaus auf und engagierte sich schon früh freiwillig in der Kirche. So war sie unter anderem in der Kirchenpflege der Teilkirchgemeinde Luzern-Lukas tätig. In ihrer Antrittsrede als Synodalratspräsidentin sagte sie: «Ich wünsche mir eine geeinte Reformierte Kirche, in welcher auch Eigenheiten, Kontroversen und Diskussionen Platz haben. Ich wünsche mir eine Reformierte Kirche, die selbstbewusst den Weg weitergeht, den sie seit langem pflegt, und dies in Zusammenarbeit mit anderen Religionsgemeinschaften.»

Die Synode als kirchliches Parlament wird voraussichtlich in ihrer Herbstsession 2020 über die Neuwahl einer Synodalratspräsidentin oder eines Synodalratspräsidenten befinden. Bis zu diesem Zeitpunkt wird Synodalrätin Lilian Bachmann das Präsidium ad interim übernehmen.

Abschiedsfeier zu einem späteren Zeitpunkt

Aufgrund der Massnahmen des Bundes zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wird die Abdankung im engen Familienkreis stattfinden. Der Synodalrat der Reformierten Kirche des Kantons Luzern plant jedoch eine Abschiedsfeier zu einem späteren Zeitpunkt. (no)