Luzerner Reformierte schaffen Pfarrwahl ab

Die Kirchenmitglieder haben entschieden: Die reformierte Kirche des Kantons Luzern erhält ein neues Personalgesetz und schafft die Pfarrwahl durch die Kirchgemeindeversammlung nun definitiv ab.


Die reformierten Stimmbürger des Kantons Luzern haben das neue Personalgesetz der Landeskirche mit einem Ja-Stimmenanteil von 65 Prozent angenommen, schreibt die Kirche am 9. Dezember. Von den 35’000 stimmberechtigten Reformierten haben 15 Prozent abgestimmt. «Ich bin sehr froh über das Resultat. Es bestätigt den Vorschlag des Kirchenparlamentes und des Synodalrates», sagt Synodalratspräsidentin Ursula Stämmer-Horst auf Anfrage von ref.ch.

Das Personalgesetz tritt am 1. Januar 2019 in Kraft. Es sieht vor, dass reformierte Pfarrerinnen und Pfarrer im Kanton Luzern künftig nicht mehr von der Kirchgemeindeversammlung, sondern vom Kirchenvorstand eingestellt und entlassen werden.

Diskussion um das Pfarrbild

Enttäuscht ist das Komitee «Pro Volkswahl – Nein zum Personalgesetz», welches das Referendum gegen das Personalgesetz lanciert hatte. Die Folgen seien noch nicht absehbar, schreibt das Komitee am 9. Dezember. Die Gegner des Gesetzes hatten beanstandet, dass eine Aufhebung der Volkswahl undemokratisch sei und die freie Verkündigung der biblischen Botschaft gefährde.

Stämmer-Horst respektiere die Bedenken der Gegner. «Nun ist es aber wichtig, gemeinsam weiter zu gehen», sagt Stämmer-Horst. Die Synode werde in den kommenden Jahren bestimmt noch intensiv über das Pfarrbild diskutieren und auch darüber, wie Kirchgemeinden funktionieren.

Die Abschaffung der Volkswahl wurde im Vorfeld kontrovers diskutiert. Ende Mai hatte die Synode das neue Personalgesetz mit 35 zu 15 Stimmen verabschiedet. Daraufhin bildete sich das Komitee «Pro Volkswahl – Nein zum Personalgesetz» um Präsidentin Verena Marti und Pfarrer Karl Däppen, welches das Referendum lancierte. (pd)