Luzerner Notfallseelsorge leistet 2017 insgesamt 72 Einsätze

Die ökumenische Notfallseelsorge und das Care Team des Kantons Luzern haben 2017 insgesamt 72 Einsätze geleistet. Sie übernehmen dabei immer mehr Fälle, die früher in die Zuständigkeit der Pfarreien gefallen sind.


Die Notfallseelsorge und das Care Team des Kantons Luzern waren im Jahr 2017 ingesamt 609 Stunden im Einsatz. 72 Mal hätten die Betreuerinnen und die Betreuer ausrücken müssen, heisst es in einer Medienmitteilung vom 29. Januar. Am häufigsten waren sie bei ausserordentlichen Todesfällen (18 Mal) und Verkehrsunfällen (16 Mal) vor Ort.

Die Anzahl Einsätze sei im Vergleich zum letzten Jahr praktisch gleich geblieben, heisst es in der Mitteilung weiter. Gesunken sei hingegen der Aufwand an Personal und Stunden – im Jahr 2016 waren es noch 731 Stunden. «Das liegt daran, dass die Fälle 2017 weniger komplex waren», sagt Christoph Beeler-Longobardi, Leiter der Notfallseelsorge und des Care Teams des Kantons Luzern auf Anfrage von ref.ch. Das heisst, dass es weniger Grosseinsätze gegeben habe, an denen die Notfallseelsorger gleich mehrere Personen vor Ort oder einige Tage später betreuen mussten. Laut Christoph Beeler-Longobardi sei die Nachfrage jedoch nach wie vor gross.

Aufgaben von Pfarrämtern übernommen

Die Notfallseelsorge würde zunehmend Aufgaben übernehmen, die früher in die Zuständigkeit der örtlichen Pfarrämter gefallen seien. «Bei Todesfällen zu Hause beispielsweise hinterlässt die Sanität, die Polizei oder die Feuerwehr unsere Kontaktdaten bei den Angehörigen. Sie können sich dann bei uns melden, wenn sie Hilfe brauchen», sagt Beeler-Longobardi.

Dieses Angebot würden insbesondere Personen in Anspruch nehmen, die entweder aus der Kirche ausgetreten sind oder zu ihr ein distanziertes Verhältnis haben. «Früher hätte man sich einfach an den ortsansässigen Pfarrer gewendet. Heute kennen ihn viele jedoch nicht mehr persönlich.» Im Gegensatz zu früher sei man heutzutage oft auch in Zweierteams im Einsatz. «So können zum Beispiel Angehörige von Opfer und Unfallverursacher separat betreut werden.»

Die Notfallseelsorger und Care-Betreuer kümmern sich um Angehörige, unverletzte Beteiligte und Zeugen. Sie leisten den Hinterbliebenen Beistand bei Suizid oder beim Überbringen von Todesnachrichten. Das Team besteht laut Mitteilung zurzeit aus 40 Mitarbeitenden. Finanziert wird die Notfallseelsorge von den drei Luzerner Landeskirchen und vom Kanton. (bat)