Luzerner Kirche mit ungewollt gutem Ergebnis

Die Synode der reformierten Kantonalkirche Luzern durfte sich über einen unerwarteten Überschuss in der Jahresrechnung freuen. Dieser hatte allerdings nichts mit den Sparbemühungen des Synodalrats zu tun.

Gastreferentin Christine Hoffmann informierte über das kirchliche Flüchtlingsprojekt «Mediterranean Hope» auf Sizilien. (Bild: Regina Hauenstein)

Statt des budgetierten Minus von knapp 124’000 Franken resultierte am Ende des Jahres 2015 ein Plus von gut 191’000 Franken. Der Grund dafür ist neben höheren Steuereinnahmen, dass diverse Stellen der Kantonalkirche, unter anderem in der Hochschul- und Spitalseelsorge, zwischenzeitlich nicht besetzt werden konnten. Ausserdem wurde der Betriebsfonds von 110’000 Franken aufgelöst. Deshalb wiesen einige Synodale zu Recht darauf hin, das Ergebnis sehe besser aus, als es der eigentlichen Finanzsituation der Luzerner Kirche entspreche. Trotzdem wurde die Jahresrechnung 2015 einstimmig gutgeheissen.

Sorge bereitet in Luzern weiterhin die Suche nach einem neuen Mitglied des Synodalrats. Die für gestern geplante Wahl musste von der Traktandenliste gestrichen werden, weil noch immer kein geeigneter Kandidat gefunden ist. Somit bleibt der Sitz der im letzten Sommer zurückgetretenen Tanja Steger Hodel weiterhin vakant. Gefragt ist eine Juristin oder ein Jurist, der die kürzlich beschlossene Verfassungsrevision praktisch umsetzen soll.

Süsser Vorgeschmack auf 2017

Insgesamt hatte die Frühlingssynode vom 25. Mai keine umstrittenen Geschäfte zu erledigen und kam schnell zu einem Ende. Eingerahmt wurde die Sitzung von zwei Gastpräsentationen: Einleitend durfte sich die Hochschulseelsorge Luzern vorstellen, deren ökumenische Organisation und Integration in das Universitätsleben schweizweit einzigartig ist. Danach hielt Christine Hoffmann von der Universität Heidelberg ein Referat über die Flüchtlingsarbeit der italienischen Waldenser und Methodisten, die mit ihrem erfolgreichen Konzept, Flüchtlinge als «Gäste» zu behandeln und die Eigenverantwortung zu stärken, auch in der Schweiz Schule machen könnte: www.mediterraneanhope.com.

Einen Vorgeschmack auf das Reformationsjubiläum gab es dann noch, im wahrsten Sinne des Wortes, beim Kurzvortrag der Luzerner Kommunikationsbeauftragten Regina Hauenstein: Sie verteilte Guetzli in der Form eines Zwingli-Kopfes, hergestellt mit dem sogenannten Re-Förmchen aus Zürich. Dieses können interessierte Hobbybäcker bei der dortigen Landeskirche käuflich erwerben (zum Shop).