Landeskirchen kritisieren Heks-Kommunikation

Vier von neun Heks-Stiftungsräten legen gleichzeitig ihr Amt nieder. Die Landeskirchen als wichtige Partner des Hilfswerks kritisieren, dass sie erst aus den Medien davon erfahren haben. Heks-Präsident Claude Ruey will auf diesen Vorwurf nicht eingehen.

Hat kein Verständnis für die Vorwürfe der Landeskirchen: Heks-Präsident Claude Ruey. (Bild: Heks/zVg)

Wie ref.ch am Sonntag publik machte, legen vier von neun Heks-Stiftungsräten ihr Amt nieder. Dies kommunizierte das Hilfswerk am 3. März auf seiner Webseite. Wer diese allerdings nicht regelmässig besucht, erfuhr von den Vorgängen nichts. Auf Nachfrage versicherte Präsident Claude Ruey gegenüber ref.ch nur, die Geschäftsentwicklung von Heks sei durch die personellen Veränderungen nicht gefährdet. Weiter habe man Trägerschaft und wichtige Verantwortliche innerhalb der Kirche über die Abgänge informiert.

Das Hilfswerk wird von den im Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) zusammengeschlossenen Kirchen getragen. Nur: Nach Recherchen von ref.ch war lediglich der Kirchenbund über die Vorgänge informiert, nicht aber die einzelnen Landeskirchen.

Der Kommunikationsbeauftragte der Aargauer Landeskirche, Frank Worbs, sagte, dass er von den Ereignissen erst durch ref.ch erfahren habe. Bis heute wisse man nicht, was zu den Rücktritten im Stiftungsrat geführt habe. Klare Worte findet Worbs aber für die Kommunikation des Hilfswerks: «Diese war unzureichend. Es ist ein zentrales Kommunikationsprinzip, dass wichtige Personaländerungen aktiv kommuniziert werden.» Erst vor wenigen Tagen hatte die Reformierte Landeskirche Aargau dem Hilfswerk 10’000 Franken für Projekte im Südsudan gespendet.

«Das ist eine Nicht-Kommunikation»

Ähnlich tönt es bei der Zürcher Landeskirche. «Es wäre zu erwarten gewesen, dass so wichtige Veränderungen wie der Rücktritt von Stiftungsräten zumindest innerhalb der kirchlichen Presse kommuniziert werden», kritisiert Nicolas Mori, Kommunikationschef bei der Zürcher Landeskirche. Mori hat von den Ereignissen ebenfalls nur durch ref.ch erfahren.

Verwundert äussert sich auch Hans Martin Schaer, Kommunikationsleiter bei den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn: «Diese Art von Kommunikation löst sicher keine Begeisterung aus. Eigentlich ist das eine Nicht-Kommunikation». Schaer sagt aber auch: «Wichtiger ist jetzt, was der Stiftungsrat aus der neuen Situation macht». Die «langjährige und gute Partnerschaft» mit dem Hilfswerk sei dadurch nicht gefährdet.

Präsident Claude Ruey mag auf die Vorwürfe der Landeskirchen nicht eingehen: «Es ist alles gesagt. Wir haben transparent informiert», meint er auf Anfrage. Heks sei seit 2004 als Stiftung organisiert und damit unabhängig. Man sei aber jederzeit offen für Fragen zur Kommunikation: «Selbstverständlich auch an der SEK-Abgeordnetenversammlung im Juni.»

Gründe für Abgänge weiterhin unklar

Verlassen werden das Heks per Ende Jahr Präsident Claude Ruey selbst, Verena Nold Rebetez und Jacques-André Schneider. Vizepräsidentin Doris Amsler-Thalmann verbleibt noch bis zum Ende des ersten Semesters 2018 im Gremium. Zu den Gründen für ihre Abgänge wollen sie gegenüber ref.ch keine Stellung nehmen. Stattdessen verweisen sie nach einer internen Regelung auf Präsident Ruey. Somit bleibt weiterhin unklar, was die Ursachen für die in der Mitteilung vom 3. März genannten «Meinungsdifferenzen über die zukünftige Ausrichtung des Hilfswerks innerhalb des Stiftungsrats» sind.

Heks als das Hilfswerk der evangelischen Kirchen in der Schweiz hat einen Umsatz von über 70 Millionen Franken. Die Spenden stammen unter anderen von reformierten Landeskirchen und Kirchgemeinden.