Heks: Vier von neun Stiftungsräten legen Amt nieder

Nach dem Abgang des Heks-Direktors Andreas Kressler im vergangenen Dezember legen nun auch vier Stiftungsräte ihr Amt nieder. Das Vertrauen in die Führung des evangelischen Hilfswerks sei dennoch intakt, sagt Präsident Claude Ruey.

Verlassen das Heks: Verena Nold Rebetez, Jacques-André Schneider, Claude Ruey und Doris Amsler-Thalmann. (Bild: ref.ch/Heks/zVg)

Paukenschlag an der Spitze des evangelischen Hilfswerks Heks: Wie das Hilfswerk am 3. März in einer Mitteilung schreibt, legen vier Stiftungsräte ihr Amt nieder. Es sind dies der Präsident Claude Ruey, die Vizepräsidentin Doris Amsler-Thalmann, Verena Nold Rebetez und Jacques-André Schneider. Ruey, Nold Rebetez und Schneider verlassen das Hilfswerk Ende 2017, Amsler-Thalmann nach dem ersten Semester 2018. Somit hat sich fast die Hälfte des aktuell neunköpfigen Stiftungsrates entschieden, das Hilfswerk zu verlassen.

Zwischen den aktuellen Abgängen und jenem des früheren Heks-Direktors Andreas Kressler liegen knapp drei Monate. Dieser räumte damals – für Aussenstehende relativ überraschend – nach nur eineinhalb Jahren beim Hilfswerk seinen Sessel.

Passive Kommunikation

Wie bereits beim Abgang von Andreas Kressler schaltete das Hilfswerk zu den Abgängen im Stiftungsrat einzig auf ihrer Internetseite eine Mitteilung auf, ohne diese jedoch aktiv zu kommunizieren. Wer also nicht regelmässig die Website von Heks aufsucht, erfährt nichts von den Abgängen.

Was ist also los beim Hilfswerk der evangelischen Kirchen in der Schweiz mit einem Umsatz von über 70 Millionen Franken? Auf Anfrage von ref.ch bestätigt Präsident Claude Ruey, dass die Information zu den Abgängen im Stiftungsrat einzig auf der Heks-Website aufgeschaltet wurde, ohne gezielt die Medien darüber zu informieren. Man habe aber alle wichtigen Verantwortungsträger innerhalb der Kirche und der Trägerschaft über die Ereignisse informiert. Zu den Gründen der Abgänge sagt Ruey: «Nach der Kündigung von Andreas Kressler ist es zu Meinungsdifferenzen über die zukünftige Ausrichtung des Hilfswerks innerhalb des Stiftungsrats gekommen.» Genauere Angaben wollte er auch auf Nachfrage nicht machen – ausser, dass einige Mitglieder schon sehr lange im Amt seien oder anderweitige Verpflichtungen angenommen hätten, weshalb man sich für einen Zykluswechsel im Stiftungsrat entschieden habe.

Vertrauen in Heks-Führung «intakt»

Was ebenfalls auffällt: Bereits beim Abgang von Andreas Kressler war in der von Heks verfassten Mitteilung von «Differenzen in der operationellen und strategischen Führung» die Rede. Ruey sagt, dass die Kündigung des ehemaligen Heks-Direktors Kressler nicht in direkte Verbindung mit den Abgängen im Stiftungsrat gebracht werden könne: «Das sind zwei unterschiedliche Dinge.»

Der Stiftungsrat wird das Gremium in den nächsten Monaten wieder vervollständigen, wie es in der Mitteilung heisst. Die vorübergehenden Vakanzen hätte keinerlei negativen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung des Hilfswerks, und auch das Vertrauen in die Heks-Führung sei intakt, versichert Ruey.

Nach den Abgängen verbleiben im Stiftungsrat Rolf Berweger, Marie-Anne Jancik van Griethuysen, Daniel Reuter, Fritz Schneider und Christoph Sigrist.

Das Hilfswerk wurde 1946 vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) gegründet und ist seit 2004 als Stiftung organisiert.