Landeskirche Zürich setzt sich für Palliative Care ein

An der Synode der Landeskirche Zürich war die Palliative Care eines der zentralen Themen. Ausserdem bewilligte die Synode die Finanzierung des Lehrstuhls «Spiritual Care» für weitere sechs Jahre.


Die Synode der Landeskirche Zürich will das Engagement bei der Palliative Care stärken. Deshalb werde die Kirche dafür genügend Ressourcen zur Verfügung stellen, wie es in einer Medienmitteilung vom 30. September heisst. So sollen zum Beispiel die in vielen Kirchgemeinden durchgeführten und äusserst beliebten «Letzte-Hilfe-Kurse» weiter geführt werden. Die Kurse vermitteln Basiswissen zum Thema Lebensende und Tod und zeigen den Teilnehmenden Unterstützungsmöglichkeiten von Sterbenden und Angehörigen auf.

Im stationären Bereich sei Palliative Care unter Mitwirkung von Spitalseelsorgerinnen und -seelsorgern im Kanton Zürich bereits gut verankert. Diesen Bereich gelte es gemäss Kirchenrat ebenso zu stärken wie die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem medizinischen Personal.

Seit 2015 finanziere die Reformierte Kirche zudem zusammen mit der Katholischen Kirche einen Lehrstuhl für «Spiritual Care» an der Universität Zürich. Dieses Engagement an der Schnittstelle von Medizin und Theologie wolle die Kirchensynode weiterführen. Sie bewilligte deshalb die Finanzierung des Lehrstuhls mit insgesamt 600’000 Franken für weitere sechs Jahre, heisst es weiter.

Umweltbewusst handeln

Die Kirchensynode nahm in der Folge die Legislaturziele 2021 – 2024 des Kirchenrates zustimmend zur Kenntnis. «Sorgsam und innovativ» wolle die Kirche in den nächsten vier Jahre agieren und dies mit einem Fokus auf sechs Bereiche: Über Gott reden, Junge Mitglieder stärken, Umweltbewusst handeln, Sorge tragen, Digitalen Wandel gestalten und Innovation fördern.

Im Umweltbereich setze sich die Kirche zum Ziel, das Umweltmanagement in den Kirchgemeinden voranzutreiben und verbindlicher zu machen und die theologischen Grundlagen und Bildungsangebote zur Bewahrung der Schöpfung sicherzustellen.

Matthias Reuter, Fraktionspräsident der Religiös-sozialen Fraktion, nutzte die Diskussion zum Engagement der Kirche im Umweltbereich, um die Frage aufzuwerfen, inwieweit sich die Kirche gerade jetzt in den Abstimmungskampf um die Konzernverantwortungs-Initiative einschalten soll. Laut Mitteilung kritisierte Reuter den aus seiner Sicht zurückhaltend agierenden Kirchenrat und dessen Hinweis auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben für die Beteiligung öffentlich-rechtlicher Institutionen bei politischen Abstimmungen.

Ausgeglichene Steuerfüsse

Die Landeskirche will den Finanzausgleich unter den Kirchgemeinden neu ordnen. Eine entsprechende Teilrevision sei deshalb in Vorbereitung. Noch bevor die Kirchensynode darüber beraten hat, beauftragte sie den Kirchenrat 2017 mittels Postulat, den künftigen Finanzausgleich so auszugestalten, dass die Steuerfüsse der Kirchgemeinden stärker angeglichen werden und die «Solidarität» zwischen reichen und ärmeren Kirchgemeinden verstärkt wird. Mehrere Votanten hatten allerdings vom Kirchenrat gefordert, den neuen Finanzausgleich selbst zuerst vorzulegen. Erst dann könne das Postulat abgeschrieben werden. Dieser Vorschlag fand eine Mehrheit.

Nachfolge von Kirchenrat Daniel Reuter

Für den auf Ende Jahr zurücktretenden Kirchenrat Daniel Reuter empfahl dessen Evangelisch-kirchliche Fraktion ihren Kandidaten für den frei werdenden Sitz: Oliver Madörin, Pfarrer in Hinwil und Mitglied der Kirchensynode, will am 24. November für das Amt in der siebenköpfigen Exekutive der Zürcher Landeskirche kandidieren. Fraktionspräsident Willi Honegger empfahl ihn bereits jetzt zur Wahl. (bat)