Deutschland

Landeskirche sucht neuen Job für AfD-nahen Pfarrer

Wie umgehen mit Pfarrpersonen, die für die AfD politisieren? Diese Frage stellt sich im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt. Vorläufige Antwort: Der entlassene Pfarrer erhält eine zweite Chance.

Ein Pfarrer kandidiert für die Partei Alternative für Deutschland (AfD) bei der Stadtratswahl im sachsen-anhaltischen Quedlinburg (ref.ch berichtete). Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat ihm deshalb die Beauftragung entzogen, denn mit seiner Kandidatur unterstütze er das Gedankengut der AfD, deren sächsischer Landesverband als «gesichert rechtsextremistisch» eingestuft ist.

Doch nun bemüht sich die EKM um einen neuen Einsatzbereich für den Pfarrer. Auf Anfrage des Evangelischen Pressedienst (epd) hiess es, der Mann könne sich auf eine der ausgeschriebenen Pfarrstellen in der Landeskirche bewerben. Seine Kandidatur für die AfD mache es aber nicht leichter, «vor Ort Akzeptanz für seinen Einsatz im Pfarrdienst zu finden».

Der Pfarrer ist auch abgesehen von der aktuellen Kandidatur kein unbeschriebenes Blatt: Er trat mehrfach als Redner bei rechtsnationalistischen Demonstrationen auf. In der jüngeren Vergangenheit hatten bereits mehrere Kirchengemeinden oder Kirchenkreise Anfragen zurückgewiesen, den Pfarrer anzustellen.

Die evangelischen Kirchen in Deutschland erleben, wie Vertreter der AfD versuchen, Einsitz in kirchlichen Behörden zu nehmen. Dieses Jahr finden in Deutschland Wahlen auf Gemeindeebene statt. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat in diesem Zusammenhang ihre Mitglieder sensibilisiert (ref.ch berichtete). (epd/ dst)