Österreich

Ausstellung zu Gottesbildern löst Kontroverse aus

Eine Ausstellung im Wiener Künstlerhaus erregt die Gemüter. Zu sehen sind unter anderem Maria als Transfrau und Martin Kippenbergers berühmter Frosch am Kreuz. Kritiker reagieren mit Hassmails und einem «Sühnegebet».

Religion bewegt – zumindest dieses positive Fazit können die Ausstellungsmacher der Kunstschau «Du sollst dir ein Bild machen» im Wiener Künstlerhaus ziehen. Darin veranschaulichen über 40 zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler ihre Sicht auf die christliche Ikonografie.

Zu sehen sind unter anderem ein Wolf im Kardinalsschafspelz, eine Transfrau als Maria oder ein ans Kreuz genagelter Frosch des bekannten österreichischen Künstlers Martin Kippenberger.

Die Ausstellung hat besonders in konservativen Kreisen eine Welle der Empörung ausgelöst. So initiierte die «Österreichische Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum» eine Online-Petition mit dem Titel «Kein Platz für Gotteslästerung in Österreich!», in der sie die sofortige Schliessung der Ausstellung forderte. Hauptkritikpunkte waren dabei Vorwürfe wie Pornografie, Blasphemie und Religionsfeindlichkeit.

Auch die «Meldestelle Christenschutz» reagierte empört und forderte das Künstlerhaus in einer offiziellen Beschwerde dazu auf, mehrere der ausgestellten Werke zu entfernen. Die Ausstellung sei eine «gezielte, geschmacklose Herabwürdigung des Heiligen», heisst es in dem Schreiben.

Martin Kippenbergers «Fred the Frog Rings the Bell» sorgte schon in den 90er-Jahren für einen Skandal. (Bild: Martin Kippenberger / Foto Hofer / Künstlerhaus Wien)

Günther Oberhollenzer, Kurator der Ausstellung, berichtete in einem Interview mit Standard online, dass er in den vergangenen Wochen mit zahlreichen beleidigenden E-mails konfrontiert worden sei. «Die E-Mails reissen bis zum heutigen Tag nicht ab. Häufig beginnen sie mit dem Wortlaut «Ich bin Christ/Christin», werden dann aber sehr unchristlich», wird Oberhollenzer zitiert. Zudem hätten Gegner der Ausstellung vor dem Künstlerhaus ein «Sühnegebet« abgehalten.

Derweil betont das Künstlerhaus, dass eine vorzeitige Schliessung der Ausstellung nicht in Frage komme. Die Schau stehe «für einen differenzierten Blick» und «das Bestreben, einen Dialog von zeitgenössischer Kunst und Religion zu fördern», heisst es in einer Stellungnahme. Die Ausstellung läuft noch bis zum 8. Februar. (no)

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