Kirchenvertreter bestürzt über antisemitischen Anschlag in Halle

Nach dem Attentat auf eine Synagoge im ostdeutschen Halle bekundeten Kirchenvertreter in Deutschland und der Schweiz ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft.


Das antisemitische Attentat in Halle im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt hat bei Kirchenvertretern bestürzte Reaktionen ausgelöst. Der Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Gottfried Locher, schrieb über den Nachrichtendienst Twitter: «Die Gewalttat vor der Synagoge in Halle ist entsetzlich. Ausgerechnet an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag!»

 

Betroffenheit löste der Anschlag, bei dem zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt wurden, auch beim Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, aus. Über Facebook teilte Bedford-Strohm mit, er sei «entsetzt und fassungslos angesichts dieser Gräueltat». «Mein Mitgefühl ist bei den Familien der Opfer, die ich in meine Gebete mit einschliesse.» Bedford-Strohm rief dazu auf, sich der Gewalt entgegenzustellen. «Denn Antisemitismus ist Gotteslästerung.»

«Kaltblütig und abscheulich»

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund bekundete seine Solidarität mit der jüdischen Gemeinde in Halle. Das Attentat sei «kaltblütig, abscheulich und mit Worten kaum zu fassen», schreibt er in einer Mitteilung vom 9. Oktober. Ein solcher Angriff treffe nicht nur die jüdische Gemeinschaft weltweit, sondern die ganze Gesellschaft und ihre Werte von Demokratie, Freiheit und Frieden.

Bei dem Anschlag versuchte ein mutmasslich rechtsextremer Täter, in eine Synagoge in der ostdeutschen Stadt Halle einzudringen. Als ihm dies nicht gelang, feuerte der schwerbewaffnete Mann mehrere Schüsse auf die Tür des Gebäudes ab. Anschliessend tötete er vor der Synagoge und einem nahe gelegenen Döner-Imbiss zwei Menschen. In dem Gotteshaus feierten zu dem Zeitpunkt 51 Personen den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur. (no)