Kirchenbund empfiehlt Ablehnung der «No Billag»-Initiative

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund stellt sich gegen die «No Billag»-Initiative. Eine demokratische Schweiz brauche öffentlich-rechtliche Medien, die ausgewogen berichten und Minderheiten berücksichtigen, begründet der Kirchenbund seinen Entscheid.

Bei einer Annahme der «No Billag»-Initiative verlieren laut dem Kirchenbund die Kirchen eine wichtige Kanzel. (Bild: Roland zh/cc by-sa 3.0)

Für den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund sei ein Medienangebot wichtig, das die Vielfalt aller Meinungen und Sprachregionen sowie Interessen der Minderheiten und Schwachen berücksichtigt. «Nur so können die Schweizerinnen und Schweizer sachgerecht ein Gesamtbild von ihrem Land machen», begründet der Kirchenbund seinen Entscheid für die Ablehnung der «No Billag»-Initiative in einer Medienmitteilung vom 10. Januar. Von diesem Angebot lebe eine Demokratie. Dafür seien öffentlich-rechtliche Sender eingerichtet worden. «Fernsehen und Radio müssen in der Lage sein, eine ausgewogene Berichterstattung und Meinungsvielfalt anbieten zu können», heisst es in der Stellungnahme weiter.

Der Kirchenbund wehre sich deshalb gegen alle Vorstösse, die Minderheiten und Schwachen das Wort abschneiden wollen. «Werden Radio und Fernsehen allein dem Spiel der Markkräfte überlassen und nicht mehr solidarisch von der gesamten Bevölkerung getragen, verschwinden diese Stimmen aus der Öffentlichkeit», heisst es weiter. Meinungen und Minderheiten fielen nur noch dann ins Gewicht, wenn sie sich finanziell rechnen.

Verlust von «Wort zum Sonntag»

Aber auch für die Kirche hätte eine Annahme der«No Billag»-Initiative unschöne Konsequenzen. «Kirchliche Sendungen in Radio und Fernsehen transportieren christliche Werte. Wird die ‹No-Billag-Initiative› angenommen, verliert die Kirche eine wichtige Kanzel», wird Kirchenbundspräsident Gottfried Locher zitiert.

Auch andere kirchliche Stimmen empfehlen eine Ablehnung der «No Billag»-Initiative. Die Evangelisch-methodistische Arbeitsgruppe «Kirche und Gesellschaft» teilte am 3. Januar mit, die Initiative ebenfalls ablehnen zu wollen. «Bei einem Ja zur Initiative würden auch christliche Sendegefässe wie das ‹Wort zum Sonntag›, die Radiopredigt und das ‹Fenster zum Sonntag› ihren Sendeplatz verlieren», schreibt die Evangelisch-methodistische Kirche. Die Annahme bedeute Sendeschluss für die SRG, aber auch für lokale Fernseh- und Radiostationen wie das christliche Radio Life Channel.

Ebenfalls gegen die Initiative haben sich die Bischofskonferenz und der Synodalrat der reformierten Kirche Luzerns ausgesprochen. (bat)