Kirchen reagieren erschüttert auf Anschlag von Solingen
Die beiden grossen Kirchen Deutschlands haben gemeinsam auf den Anschlag in Solingen reagiert, bei dem am Freitagabend drei Menschen getötet und acht verletzt wurden. «Diese hemmungslose Gewalt ist durch nichts zu rechtfertigen», heisst es in einer am Samstag verbreiteten gemeinsamen Erklärung der amtierenden Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, und des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing.
«Der menschenverachtende Anschlag von Solingen macht sprachlos und erschüttert uns zutiefst. Als Kirchen trauern wir mit den Angehörigen der Opfer und beten für die Verletzten und die Verstorbenen», erklärten Fehrs und Bätzing. «Die Tat von Solingen lässt uns in einen Abgrund des Bösen schauen und unser Mitgefühl gilt allen, die den Verlust von Menschenleben zu beklagen haben», hiess es weiter.
Beim Fest zum 650-Jahr-Jubiläum der Stadt Solingen hatte ein Angreifer am Freitagabend mit einem Messer auf Besucher vor einer Bühne in der Innenstadt eingestochen. Drei Menschen wurden getötet und acht verletzt. Der mutmassliche Attentäter Issa Al H. wurde am Samstagabend festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Dem 26-jährigen Syrer wird neben der Tat auch die Mitgliedschaft in der islamistischen Terrororganisation IS vorgeworfen. Er soll als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sein und sich seiner Abschiebung entzogen haben.
Politiker von CDU und FDP fordern angesichts des Anschlags von Solingen einen härteren Kurs in der Asylpolitik und ein Begrenzen von Zuwanderung nach Deutschland. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) verlangte eine neue Lageeinschätzung des Auswärtigen Amts, um besser nach Syrien abschieben zu können. Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz forderte, «dass wir aufhören, eine naive Einwanderungspolitik zu machen». Der Extremismusforscher Andreas Zick warnte unterdessen davor, den Solinger Anschlag zu instrumentalisieren. (epd/ dst)